Die Schorfheide - lange hatte das liebliche Wald- und Seengebiet, nur wenige Dutzend Kilometer nordöstlich von Berlin einen Ruf wie Donnerhall: Und das im Wortsinne, denn hier ließen sich Potentaten und Tyrannen, Regierende und selbst ernannte Arbeiterführer kapitales Wild vor die Flinte treiben. Nach Kaiser Wilhelm II. und Hermann Göring war es Honecker, der hier für viel Geld Böcke - und andere Hornträger - schoss. Buchstäblich in den letzten Minuten der DDR-Existenz wurde die Region unter Schutz gestellt. Fisch- und Seeadler , Schwarzstörche, Elbebiber und Fischotter sind dort zu Hause.
Im dichten Unterholz ziehen Marderhunde - Einwanderer aus dem Fernen Osten - erfolgreich ihre Jungen auf. Dem Filmteam gelangen hinreißende Studien dieser urtümlichen Wildhunde, die wegen ihrer Räubermaske leicht für Waschbären gehalten werden. Ein Höhepunkt des Films: Die Rohrdommeln, deren akustisches Geheimnis Kamera und Richtmikrofon erstmalig lüften. Sogar der Wolf, Emigrant aus Polen, hinterlässt zuweilen flüchtige Spuren in den Wäldern. In der Schorfheide fände er Wild im Überfluss und genügend Raum für ein ganzes Rudel. Doch noch geraten die einsamen Abwanderer aus Polen auf der Suche nach einem neuen Revier immer wieder früher oder später in die Schusslinie der Jäger. Ob der Wolf irgendwann in friedlicher Nachbarschaft hier eine neue Heimat findet, ist noch ungewiss.
Autor: Christoph Hauschild\nKontakt: Sabine Eschenweck\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 27.06.2016 um 14:15 Uhr auf BR.