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Nirgendwo in Frankreich ...

Reportage Frankreich 2016 - Thema: Menschen auf der Flucht
Mittwoch, 22.06.2016 00:00 Uhr
arte
Mittwoch
22.06.2016
00:00 Uhr
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* Nirgendwo, in Frankreich

Yolande Moreau ist die fünfte Kinoregisseurin, die für "ARTE Reportage" aus einem Flüchtlingscamp berichtet - sie war im illegalen Lager von Calais.
Im Januar 2016 verbrachte sie zehn Tage im "Dschungel von Calais". In ihrem Film zeigt sie uns in erschütternden Bildern und Aussagen die traurige Realität in diesem wilden Lager, mitten im Herzen der Europäischen Union. Sie lässt darin die Flüchtlinge zu Wort kommen und ihre Helfer. Yolande Moreau liest dazu die Texte des französischen Schriftstellers Laurent Gaudéerzen. Wie Régis Wargnier in Népal, Pierre Schoeller im Irak, Agnès Merlet im Libanon und Claire Denis im Tschad, zeigt Yolande Moreau ihre ganz persönliche Sicht über die Verhältnisse dort - in einer Mischung aus Reportage und Dokumentation erzählt sie, wie es dort zugeht, im "Nirgendwo, in Frankreich ...".

* Europa schließt seine Grenzen

Alle Flüchtlinge, die seit dem 20. März in Griechenland ankommen, werden in die Türkei zurückgeschickt, so lautet der neue Pakt der EU mit der Türkei.
Am Montag dieser Woche brachten Fähren die ersten Flüchtlinge von der griechischen Insel Lesbos in die Türkei, im Gegenzug landeten die ersten syrischen Asylbewerber aus der Türkei in Deutschland. Die EU will auf diese Weise die sogenannten "Flüchtlingsströme" kontrollieren, auch damit die Mitgliedstaaten sich leichter einigen, wie die Asylbewerber auf die EU-Länder verteilt werden können. Menschenrechtler und Hilfsorganisationen kritisieren dieses neue Verfahren scharf - es sei mit den Werten der Europäischen Union nicht vereinbar. Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen drohte sogar, sich aus der Betreuung der Flüchtlinge in Griechenland zurückzuziehen, falls dieses Abkommen in die Tat umgesetzt würde.
Die ARTE Reporter fuhren mit der griechischen Küstenwache vor der Insel Chios auf Patrouille. Sie erlebten, wie die Flüchtlinge, die nach dem Stichtag des 20. März in Griechenland ankamen, in den neuen "Hotspot" gebracht wurden, ein Lager von vielen, mit Stacheldraht umzäunt, von dem aus sie wieder in die Türkei zurückgebracht werden sollen. Die Hotspots sind bereits jetzt überfüllt, die Angst und die Wut der Menschen auf die Verhältnisse dort und das neue Abkommen mit der Türkei steigen täglich. Bleibt noch die Frage, was mit den Menschen geschehen soll, denen vor dem 20. März die Flucht nach Griechenland gelang. Im Hafen von Piräus allein campen 5.000 Flüchtlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen. Auch hier nehmen die Spannungen täglich zu.

* Thema: Menschen auf der Flucht

Anlässlich des Weltflüchtlingstags am 20. Juni widmet ARTE dem Thema einen Abend. Flüchtlingskatastrophen sind so alt wie die Menschheit, und erst im letzten Jahrhundert hatte Europa nach den beiden Weltkriegen enorme Flüchtlingsströme zu bewältigen. Doch wie die Abermillionen versorgen, welchen Status staatenlosen Menschen verleihen? Der sogenannte Nansenpass, die Genfer Flüchtlingskonvention, oder aber die Gründung des UN-Flüchtlingshilfswerks sind nur einige Antworten der internationalen Gemeinschaft auf unzählige, noch immer ungelöste Fragen.
Heute sind weltweit 17 Millionen Menschen heimatlos oder vertrieben. THEMA beleuchtet mit zwei geschichtlichen Dokumentarfilmen, einer Dokumentation über die Arbeit des UNHCR in den Flüchtlingscamps sowie einer aktuellen Reportage mit erschütternden Bildern aus dem "Dschungel von Calais" die oft traurige Realität von Menschen auf der Flucht. Gestern und heute.

Regie: Yolande Moreau\nAutor: Yolande Moreau, Laurent Gaudé\nProduzent: ARTE\n

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 22.06.2016 um 00:00 Uhr auf arte.

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22.06.2016 00:00arte