Die mittelalterliche Abtei Cluny war jahrhundertelang die größte Kirche der Christenheit. In der Folge der französischen Revolution wurde die Abtei aufgehoben. Die Kirche wurde gesprengt und unter Napoleon als Steinbruch genutzt. Dennoch hat der Klosterbau eine ganze Region in Frankreich nachhaltig geprägt. "Vorzimmer des Himmels" oder Maior Ecclesia nannten die Mönche von Cluny ihre Kirche. Für Jahrhunderte die größte Kirche der Christenheit, ein triumphaler Bau. Aus dem Niedergang des europäischen Mönchstums haben die Cluniazenser einen Neuanfang gemacht. Das ist der Geist von Cluny.
Aus dem Orden wurde ein Konzern mit zwölfhundert Niederlassungen. Bischöfe, Könige, Päpste holten sich in Cluny Rat und Beistand. Die französische Revolution hat sämtliche Klöster in Frankreich aufgelöst. Die Maior Ecclesia wurde zum Steinbruch. Die Steine der größten Kirche der Christenheit sind zu sieben Achtel verloren. Aber das eine noch stehende Achtel überwältigt noch heute. Der Geist von Cluny lebt weiter. In einem Steinmetz in der dreizehnten Generation. Dem Instrumentenbauer, der den Bäumen zuhört. Dem Winzer, der alte Rebflächen neu kultiviert. In Taizé, wo sich die Jugend der Welt trifft. Der Geist von Cluny, er ist immer noch da. In den Bildern und Geschichten der burgundischen Landschaft. In den Menschen. An Orten, an denen in Zeiten der Krise immer wieder etwas kraftvoll Neues entstand. Eine Entdeckungsreise in das Vorzimmer des Himmels.
Kontakt: Gábor Toldy\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 21.06.2016 um 17:15 Uhr auf ARD alpha.