Am Fuße der Andenkette liegt eine der trockensten Wüsten der Welt. In diesem unwirtlichen Gebiet breitete sich vor 1.500 Jahren eines der am höchsten entwickelten Völker Südamerikas aus: die Moche oder Mochica. Zwischen dem 2. und 8. Jahrhundert machten sie sich die Wüste Untertan und errichteten riesige Pyramiden aus Lehmziegeln: die Huacas.
Nur wenig ist bekannt über diese Zivilisation, die bereits lange vor der spanischen Eroberung in Vergessenheit geriet, zu ihrer Zeit jedoch die mächtigste Kultur Südamerikas war. Jahrzehntelang war die gängige Meinung in der Wissenschaft, die Moche seien um das Jahr 600 aufgrund eines plötzlichen Klimawandels ausgestorben. Jüngste Entdeckungen des peruanischen Archäologen Santiago Uceda stellen diese These jedoch infrage. Ihm zufolge lehnten sich die Moche gegen ihre starre Theokratie auf und benutzten ihre rituellen Menschenopfer als politische Waffe. Dieser Volksaufstand, so der Forscher, ließ die Moche nach und nach ihre herrlichen Bauten und kulturellen Errungenschaften aufgeben. Entdeckungen, die endlich Licht in eines der dunkelsten Geheimnisse der heutigen Archäologie bringen: das Verschwinden der Moche.
Dokumentationsreihe Frankreich 2015
* Thema: Archäologie
Archäologen suchen nach den Spuren untergegangener Zivilisationen und Kulturen, um Lebensweise und Strukturen früherer Gesellschaften besser zu verstehen. Ihre Entdeckungen können spektakulär oder auch bescheiden sein. Doch immer liefern Ausgrabungsstätten Erkenntnisse über die Menschen, die einst dort lebten. Am Samstag, den 18. Juni, lädt ARTE zu einer archäologischen Zeitreise ein und begibt sich mit einem internationalen Forscherteam an verschiedene Grabungsorte.
In der vergessenen Maya-Stadt Naachtun im Urwald von Guatemala wird die Schrift der Maya entschlüsselt, die noch bis vor kurzem ein Rätsel war. Eine weitere Etappe sind die Hängenden Gärten von Babylon, das einzige von sieben Weltwundern der Antike, für das noch kein archäologischer Nachweis gefunden wurde. Dank der außergewöhnlichen Funde der britischen Wissenschaftlerin Stephanie Dalley kann nun erstmals genau bestimmt werden, an welchem Ort sich die legendären Gärten befanden, wie sie aussahen und wie sie erbaut wurden.
Auch ein niederländisches Schiffswrack aus dem 17. Jahrhundert, das in der Ostsee auf Grund lief, gibt Rätsel auf. In Spanien untersuchen Paläontologen an einer prähistorischen Fundstätte die Familienstruktur der Neandertaler. Andere Forscher erläutern, wie die Pharaonen die militärische Vorherrschaft über die Welt der Antike erlangten.
In Peru wird das plötzliche Verschwinden der einst mächtigen Moche-Kultur untersucht. Und es kommt zur Enthüllung neuer Erkenntnisse über den Untergang der Ureinwohner der Osterinsel: Möglicherweise stimmt die oft vertretene These des selbst verursachten Ökozids nicht, und es waren weiße Siedler, die den Inselbewohnern ein Ende bereiteten.
Regie: Agnès Molia\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 18.06.2016 um 12:35 Uhr auf arte.