Rund 3.600 Jahre alte Reliefs aus ägyptischen Gräbern und Tempeln zeigen Pharaonen und Krieger, die stolz auf mit Pferden bespannten Streitwagen ins Gefecht ziehen. Manche Historiker vertreten die Auffassung, dass der Streitwagen eine technische und militärstrategische Revolution einleitete und die Geheimwaffe des Neuen Reichs, der bedeutendsten ägyptischen Eroberungsepoche, war. Doch war der Streitwagen der Pharaonen tatsächlich eine revolutionäre Konstruktion? Inwieweit spielte er in den blutigen Schlachten des Altertums eine Rolle?
In "Der Streitwagen des Pharao" baut und testet ein Team aus Archäologen, Ingenieuren, Schreinern und Pferdetrainern zwei äußerst getreue Repliken der ägyptischen Streitwagen. Angesichts der erstaunlich hoch entwickelten Funktionsmerkmale, die sie dabei feststellen - z. B. Speichenräder, Federung, Stoßdämpfer, Stabilisatoren und sogar einen konvex gewölbten Rückspiegel - vergleicht einer der beteiligten Spezialisten das Konstruktionsniveau des Gefährts mit den bautechnischen Standards eines Buicks aus den 30er Jahren.
Bei einer Fahrt an die Grenzen der Belastbarkeit der beiden Streitwagen-Nachbildungen vor den Toren Kairos wollen die Experten erkunden, ob sich die Behauptung, der Streitwagen markiere einen entscheidenden Wendepunkt in der Militärgeschichte der Antike, bewahrheitet.
* Thema: Archäologie
Archäologen suchen nach den Spuren untergegangener Zivilisationen und Kulturen, um Lebensweise und Strukturen früherer Gesellschaften besser zu verstehen. Ihre Entdeckungen können spektakulär oder auch bescheiden sein. Doch immer liefern Ausgrabungsstätten Erkenntnisse über die Menschen, die einst dort lebten. Am Samstag, den 18. Juni, lädt ARTE zu einer archäologischen Zeitreise ein und begibt sich mit einem internationalen Forscherteam an verschiedene Grabungsorte.
In der vergessenen Maya-Stadt Naachtun im Urwald von Guatemala wird die Schrift der Maya entschlüsselt, die noch bis vor kurzem ein Rätsel war. Eine weitere Etappe sind die Hängenden Gärten von Babylon, das einzige von sieben Weltwundern der Antike, für das noch kein archäologischer Nachweis gefunden wurde. Dank der außergewöhnlichen Funde der britischen Wissenschaftlerin Stephanie Dalley kann nun erstmals genau bestimmt werden, an welchem Ort sich die legendären Gärten befanden, wie sie aussahen und wie sie erbaut wurden.
Auch ein niederländisches Schiffswrack aus dem 17. Jahrhundert, das in der Ostsee auf Grund lief, gibt Rätsel auf. In Spanien untersuchen Paläontologen an einer prähistorischen Fundstätte die Familienstruktur der Neandertaler. Andere Forscher erläutern, wie die Pharaonen die militärische Vorherrschaft über die Welt der Antike erlangten.
In Peru wird das plötzliche Verschwinden der einst mächtigen Moche-Kultur untersucht. Und es kommt zur Enthüllung neuer Erkenntnisse über den Untergang der Ureinwohner der Osterinsel: Möglicherweise stimmt die oft vertretene These des selbst verursachten Ökozids nicht, und es waren weiße Siedler, die den Inselbewohnern ein Ende bereiteten.
Regie: Martin O'Collins\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 18.06.2016 um 11:40 Uhr auf arte.