Yehya ist der Sohn palästinensischer Flüchtlinge aus dem Libanon, ist ein Rütli-Schüler mit Bestnoten und er ist Häftling. Im Alter von 17 Jahren wird Yehya nach einem Raubüberfall zu drei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt.
Filmemacher Christian Stahl begleitet Yehya über die Jahre im Gefängnis und parallel dazu seine Familie in Neukölln. Er zeigt, wie Yehyas Welt- und Gangsterbild wackelt, wie er in der Knasthierarchie schnell aufsteigt, sich dem Islam zuwendet und im Gefängnis plötzlich selbst zum Opfer wird. Yehyas Vater versucht mit einer Mekka-Pilgerfahrt, die Familienprobleme zu lösen, Yehyas Brüder treten in seine Fußstapfen, der Staat will Yehya abschieben oder zurückschicken ins Flüchtlingslager nach Beirut. Die Eltern, die als Flüchtlinge in Deutschland 14 Jahre lang nicht arbeiten durften und in ihrer Welt blieben, verzweifeln.
Und Yehya? Er analysiert sich und seine gesellschaftliche Realität sehr genau und kann doch nicht raus aus seiner Haut. Der Dokumentarfilm zeichnet das eindringliche Porträt eines "Intensivstraftäters", dessen Charme, kriminelle Energie und Reflexionsvermögen verblüffen und schockieren zugleich. Zwischen muslimischer Tradition und Gangsterträumen, Macho-Image und Moschee, dem allgegenwärtigen Krieg in der fremden Heimat der Eltern und dem Überleben in Europa.
Der Filmemacher Christian Stahl nimmt den Zuschauer mit in die Welt, um die die Integrationsdebatte kreist. Sein Dokumentarfilm zeigt, was es auch heißen kann, der Beste sein zu wollen. "Bei uns hier in Neukölln gibt's so ein Spiel, das spielen wir jedes Wochenende mit 30, 40 Jungs. Einer ist der Fänger und die anderen laufen weg. Und wenn er einen gefangen hat, darf er ihm 30 Sekunden lang Todesschläge geben und der darf sich nicht mal wehren. Danach ist er auch Fänger und darf seine Wut an den anderen auslassen. Einer bleibt am Ende übrig, der Beste. Der, den sie nicht gekriegt haben. Und das ist dann der Gangsterläufer."
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 18.06.2016 um 01:50 Uhr auf arte.