Die Dokumentation schaut beim renommierten Wagner-Stimmen-Wettbewerb, nach welchen Kriterien die prominent besetzte Jury die Kandidaten bewertet - und lässt sich von dem legendären italienischen Gesangslehrer Elio Battaglia erklären, warum Sänger manchmal lieber sprechen sollten, anstatt zu singen. Interessant ist auch so mancher Blick in die Geschichte: eine historische Wachswalzen-Aufnahme zeigt zum Beispiel, dass Verdis Original-Otello Francesco Tamagno ganz anders klang, als man sich die Rolle heute üblicherweise vorstellt: nicht groß und baritonal gefärbt, sondern mit einer durchdringenden und fast trompetenartigen Stimmgebung. Es wird deutlich, dass die Unterscheidung von Wagner- beziehungsweise Verdi-Stimme eine ziemlich neumodische Erscheinung ist - zu Lebzeiten der Komponisten gab es eine solche Spezialisierung noch nicht. Und Dame Gwyneth Jones findet noch heute, dass eine Sängerin, die in der Nilszene der Aida auf dem hohen C schweben kann, auch keine Angst vor den gefürchteten Wagner'schen Walküren-"Hojotohos" zu haben braucht.
Dokumentationsreihe Deutschland / Österreich / Italien 2012
Regie: Thomas Macho\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 14.06.2016 um 05:45 Uhr auf arte.