Französische Gartenkunst, berühmt für ihre weiten Perspektiven und geometrisch geordnete Landschaft, wurde in der Île-de-France geboren, dort wo das Land regiert wurde. Im Zeitalter des Absolutismus spiegelte sie in ihrer Beherrschung und Formung der Natur die Allmacht des Königs. Am Anfang des klassischen französischen Gartens stand Vaux-le-Vicomte, das erste Meisterwerk des berühmten Gartenarchitekten André Le Nôtre (1613 – 1700), der später für den Sonnenkönig Ludwig XIV. den Park von Versailles entwarf und in ganz Europa Nachahmer fand. Wo immer seitdem in Paris oder in der Umgebung Gärten gestaltet werden, müssen diese sich an die prächtigen Anlagen reiben oder ihnen einen Kontrapunkt setzen.
Mittlerweile sind in Paris moderne Gärten entstanden, die keinen repräsentativen Zweck erfüllen, sondern dem Bürger dienen sollen. Trotzdem hat dort auch der klassische französische Garten Einfluss, zum Beispiel im Parc André Citroen, dessen Gestalter Gilles Clément das Verhältnis Mensch und Natur zwischen strenger Ordnung und gestaltetem Chaos sich frei entwickeln lässt. Neben neu angelegten Grünanlagen, wie die "Promenade plantée" entlang einer viereinhalb Kilometer langen ehemaligen Bahnstrecke, gibt es aber auch kleine Gemeinschaftsgärten in den Pariser Vierteln. Dort proben Stadtmenschen direktes Naturerlebnis und soziales Miteinander.
Der Film zeigt den Kontrast zwischen den modernen bürgernahen Oasen im Pariser Häusermeer und den historischen herrschaftlichen Anwesen, deren Eigentümer, Nutzer und Betreuer mit Leidenschaft dafür sorgen, dass Besucher von Paris und der Ile-de-France schöne Gärten vorfinden.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 11.06.2016 um 12:45 Uhr auf NDR.