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Freundschaft! Die Freie Deutsche Jugend (1/2)

Film von Lutz Hachmeister und Mathias von der Heide
Samstag, 11.06.2016 11:30 Uhr
NDR
Samstag
11.06.2016
11:30 Uhr
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Teil 1 der zweiteiligen Dokumentation beschreibt die Gründung, die Aufbauphase und die Etablierung der Jugendorganisation bis zum Jahr 1968. In 45 Minuten wird gezeigt, wie sich die FDJ parallel zum Aufbau der ostdeutschen Diktatur zu einem Indoktrinierungsinstrument der Jugend entwickelte. Indoktrination und "mind control" der Jugendlichen gingen mit einer steten Anpassungsbewegung an die populäre Kultur des kapitalistischen Westens Hand in Hand. Die Dokumentation verdeutlicht die Geschichte der FDJ und die Widersprüche der DDR-Jugenderziehung vor allem durch eine Aufarbeitung und Neukomposition des filmischen Materials, das sich zur FDJ-Historie finden lässt wie wohl zu kaum einer anderen Staatsinstitution der DDR. Darüber hinaus kann sich der Zuschauer durch ein breites Spektrum an Interviews von Gesprächspartnern aus Politik, Medien und Kunst einen vielseitigen Blick über die Jugendorganisation der DDR verschärfen.
Hans Modrow und Wolfgang Seiffert etwa gerieten gegen Kriegsende in russische Gefangenschaft, wo sie zu sozialistischen Kadern herangebildet wurden. Zurück in Deutschland begann Modrow 1949 in Ost-Berlin seine politische Karriere bei der FDJ; Seiffert ging in die Bundesrepublik und baute mit Genossen wie Manfred Kapluck die West-FDJ auf. Nach dem Verbot der Organisation im Westen 1951, pendelten Seiffert und Kapluck zwischen Ost und West und führten den Klassenkampf im Untergrund weiter, bis sie wegen "Geheimbündelei", "Staatsgefährdung" und "Hochverrat" verhaftet wurden. Später war Kapluck im Auftrag der FDJ mit der Finanzierung der westdeutschen Studentenzeitung "Konkret" betraut. Die inneren Auswirkungen des Kalten Krieges in der DDR beschreiben die Schriftstellerin Irene Böhme und der studentische Dissident Horst Herlemann, der 1965 wegen "staatsgefährdender Hetze" zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, bevor er 1968 von der Bundesrepublik freigekauft wurde.
Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges trimmte Erich Honecker seine Organisation auf streng stalinistischen Kurs. Andersdenkende, wie die christliche "Junge Gemeinde", wurden bedrängt und mit allen staatlichen Mitteln verfolgt. Die SED sieht in der FDJ die "Kampfreserve der Partei", aus der man linientreue Kader rekrutieren will. Ihnen steht der Weg ganz nach oben offen. Die meisten Jugendlichen gewöhnen sich an Wehrsport und politische Schulungen. Für sie steht der Freizeit-Aspekt im Vordergrund. An der DDR-Einheitsjugend kommt man kaum vorbei.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 11.06.2016 um 11:30 Uhr auf NDR.

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18.06.2016 12:00NDR11.06.2016 11:30NDR