Die Küste zwischen Saint-Malo im Norden, Brest im Westen und Lorient im Süden ist 900 Kilometer lang. Folgt man den beeindruckenden Zerklüftungen, Klippen und Windungen, vervierfacht sich diese Zahl. mareTV zeigt Menschen, die in dieser schroffen, spektakulären Landschaft ihrer Arbeit nachgehen: Belle-Ile-en-Mer hat Palmenstrände, aber auch hohe Felswände. Bei extremem Niedrigwasser ernten die Bretonen hier die "pouces-pieds", eine wegen ihres Aussehens "Große Zehen" genannte Krebsart. Der Job ist lebensgefährlich, aber einträglich - die Meeresfrucht ist vor allem in Spanien sehr begehrt.
Auf der Halbinsel Guérande vollzieht sich alle zwei Wochen ein seltsames Schauspiel: In dem Moor, das früher eine Meeresbucht war und immer noch zweimal am Tag vom Ozean überspült wird, gehen Arbeiter mit langen Rechen zur Salzernte - wie vor tausend Jahren. Doch nicht überall in der Bretagne ist die Zeit stehen geblieben. Jean-Philippe Rocher leidet unter der Modernisierung. Er wäre zu gerne in der "Hölle" geblieben - so nennen die Bretonen jene Leuchttürme, die einfach im Meer stehen, ohne Land drum herum, wie Kéréon. Dort war Rocher der letzte Wärter. Nun arbeitet er auf der Ile Vierge, dem immerhin höchsten Leuchtturm Europas. Aber dieser steht nur auf einer Mini-Insel. Für ihn "nur noch Fegefeuer", klagt der vollbärtige Rocher, während er im Tidenkalender blättert.
Zehn Meter Unterschied liegen zwischen Ebbe und Flut im Wasserspiegel in der Bretagne. Noch schneller als die Gezeiten ändern sich Wetter, Wind und Farben. Die Menschen haben sich diesem Rhythmus angepasst, sie sind mal rau, mal charmant, aber immer bretonisch.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 07.06.2016 um 15:15 Uhr auf RBB.