Jahrzehnte lang galt PCB als eine Art Wundermittel der Industrie. Es ist schwer entflammbar und äußerst langlebig und wurde daher in diversen Produkten verarbeitet: In Stromtransformatoren, in der Fugenmasse großer Gebäude, in Fensterdichtungen, Farbanstrichen und Elektrogeräten. Bis sich herausstellte, dass das vermeintliche Wundermittel krebserregend und erbgutschädigend ist. Die Folge: Herstellung und Verwendung wurden verboten. Heute zählt PCB zum sogenannten "dreckigen Dutzend", ist also einer der zwölf problematischsten Stoffe, die es gibt. PCB ist nicht sichtbar und wirkt erst langfristig. Das Gift lagert sich im Körper ab und verursacht oftmals erst nach einiger Zeit Beschwerden.
Obwohl PCB weitgehend entfernt wurde und es heute in Deutschland weder hergestellt noch verwendet werden darf, gelangt PCB immer noch aktiv in die Umwelt und ist eine Gefahr für Mensch und Natur: In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel über das Grubenwasser aus alten Bergwerken. Hunderte Meter unter der Erde lagern noch Tausende Tonnen PCB-haltiger Öle aus dem Bergbau. Mit dem Grubenwasser kommen sie nun an die Oberfläche und gelangen in Flüsse, wie Ruhr, Lippe und Rhein. Nicht alle wollen die Gefahr von PCB erkennen. Dieter Könnes Recherchen führen durch ganz NRW und zeigen die wahren Hintergründe, warum die Gefahr von PCB auch fast 30 Jahre nach dem Verbot noch längst nicht gebannt ist.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 09.06.2016 um 15:15 Uhr auf WDR.