Der griechische Staat ist bettelarm, viele Griechen aber haben Geld. Doch das ist längst nicht mehr im Land, sondern liegt auf Konten im Ausland. Finanzmanager und Immobilienmakler aus Thessaloniki packen aus. Gleichzeitig spitzt sich die soziale Krise zu. Beispiel Gesundheitssystem: Viel zu teuer und von Vetternwirtschaft durchzogen bricht es nun in sich zusammen. Mit Spenden finanzierte Armenkliniken übernehmen die Versorgung, die staatliche Krankenhäuser nicht mehr leisten. In der Not solidarisieren sich viele Griechen und helfen den Schwächeren.
Eine umweltfreundliche Entsalzungsanlage für die entlegene, griechische Insel Iraklia. Das EU-Projekt wurde jahrelang mit europäischen Steuergeldern gefördert, erhielt aber nie eine Lizenz zum Betrieb. Jetzt rostet die Anlage vor sich hin. Die Insulaner fürchten um ihre Trinkwasserversorgung. Eines von vielen Beispielen, wie sich durch Vetternwirtschaft und Klientelismus wenige Monopolisten auf Kosten der Steuerzahler bereichern.
Oligarchen und superreiche Reeder kontrollieren in Griechenland große Teile der Wirtschaft sowie der Medien und beeinflussen so gezielt die Politik des Landes. Doch lenken sie die Geschicke der Gesellschaft auch mit anderen Mitteln - zum Beispiel mit dem griechischen Fußball. Die Besitzer der großen Athener Vereine kontrollieren den Profisport, kontrollieren Fans und Stadtteile, bereichern sich so mit illegalen Geld- und Wettgeschäften. Gemeinwohl und Rechtsstaat bleiben am Ende auf der Strecke.
Vier Beispiele, die zeigen, woran Griechenland nicht erst seit Beginn der Euro-Krise krankt.
Ein Film von Mira-C. Barthelmann, Ralph Gladitz, Bernd Niebrügge und Sabina Wolf aus der Reihe "Die Story im Ersten"
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 09.06.2016 um 15:00 Uhr auf Einsfestival.