Reinhold Würth führt einen Weltkonzern mit Milliardenumsatz - und ist ein leidenschaftlicher Kunstsammler. Er besitzt mehr als 16.000 Werke, die zusammen die größte Privatsammlung Europas ausmachen. "Die Beschäftigung mit der Kunst war für mich immer ein Kontrapunkt zum beruflichen Tun", sagt Würth, der den gleichnamigen Schraubenhersteller zum internationalen Marktführer aufgebaut hat. Diese Auseinandersetzung mit Kunstwerken habe ihn "unglaublich bereichert, weil man einen Blick hatte in eine ganz andere Welt", sagt der 81-Jährige und denkt noch lange nicht ans Aufhören. Er hält Vorträge, kümmert sich ums Unternehmen, fliegt seinen eigenen Jet von Termin zu Termin - und sammelt weiter. Und das bereits seit den 60er Jahren.
Viele Künstler kennt Reinhold Würth persönlich, er begleitet sie und ihre Werke ihn. Der Verpackungskünstler Christo oder der englische Bildhauer Anthony Caro gehören dazu. Er kaufte schon früh die Skulpturen der Bildhauerin Niki de Saint Phalle. "Vor 20 Jahren war das noch gar keine Kunst. Da wurde das noch als Tinnef, als handwerklicher Spaß bezeichnet."
Reinhold Würth folgt bei der Wahl für ein Werk meist seinem Bauchgefühl. "Die Passion fängt an, wenn Sie ein Kunstwerk sehen. Dann macht es Klick - das gefällt mir besonders gut." Aber die Intuition wird bei Würth auch immer von Strategie flankiert - mit Blick auf die Investitionen lässt er sich mittlerweile von einem international und hochkarätig besetzten Kunstbeirat beraten.
Die Filmemacherinnen Nicola Graef und Julia Zinke begleiten den Sammler zu Ausstellungseröffnungen in seine Kunstdependancen - 16 sind es mittlerweile. Das Filmteam ist dabei, wenn er sich mit dem Illustrator Tomi Ungerer trifft oder mit der Witwe des Künstlers Rudolf Hausner. Sie zeigen auch, wie eine ganze Region von kulturellem Engagement profitiert.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 07.06.2016 um 00:30 Uhr auf WDR.