Nach einigen skandalträchtigen Ereignissen im Zusammenhang mit Exorzismus in Deutschland fristen Teufel und Dämonen in der modernen westlichen Theologie ein Schattendasein: Satan und seine Gehilfen passen nicht mehr in die Glaubenswelt vieler heutiger Kirchen. Dennoch führt die katholische Kirche nach wie vor Exorzismen durch, jedoch nur mit Erlaubnis des Bischofs und streng reglementiert in der Liturgie des "Rituale Romanum". Auch im evangelikalen Bereich verzeichnen charismatische Freikirchen, die Befreiungsdienste und Häuserbefreiungen anbieten, Zulauf.
Alle berufen sich auf das Neue Testament und die exorzistischen Praktiken Jesu. Es scheint, dass der Teufel nicht totzukriegen ist. Mit dem Boom der Esoterik und der Ansiedelung von Migrationskirchen aus Ländern, in denen der Umgang mit Dämonen und Besessenheit selbstverständlich ist, drängt das Thema in die Mitte der Gesellschaft zurück. Gibt es Besessenheit und was ist das genau? Warum überlebt der Teufel der Aufklärung zum Trotz? Wie begründen Seelsorger, Pastoren und Priester, die täglich mit bedrängten Menschen zu tun haben, ihre exorzistischen Praktiken? Wie unterscheiden sie zwischen (psychischen) Krankheiten und "dämonischen" Belastungen? Und was sagen Psychiater, moderne Theologen und Szenekenner dazu?
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 06.06.2016 um 05:55 Uhr auf HR.