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ZDF-History: Der Fall Eichmann

Hitlers letztes Aufgebot
Dienstag, 24.05.2016 03:00 Uhr
Phoenix
Dienstag
24.05.2016
03:00 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Es war ein dramatisches Duell, von dem die Welt nichts erfuhr. Erst jetzt sind die Aufzeichnungen von Avner Less ausgewertet worden: das Tagebuch des Mannes, der Adolf Eichmann 275 Stunden lang verhörte. Zusammen mit den Tonbandaufnahmen des Verhörs zeichnen sie ein spannendes Psychogramm des NS-Verbrechers.
Der Film von Ute Bönnen und Gerald Endres gibt Einblick in die bislang unveröffentlichten Tagebücher, in denen Less seine wochenlange Auseinandersetzung mit dem Täter beschrieb. Zusammen mit den Tonbandaufnahmen des Verhörs zeichnen sie ein Psychogramm des NS-Verbrechers. Daneben zeigt die Dokumentation erstmals, wer die Fäden im Hintergrund zog und was wirklich hinter den Kulissen in Israel und Deutschland geschah.
Eichmann, der ehemalige "Leiter des Judenreferats im Reichssicherheitshauptamt", war nach dem Krieg mit Hilfe eines Netzwerks von Gesinnungsgenossen in Argentinien untergetaucht. 1960 spürte ihn der Mossad dort auf und entführte ihn nach Israel, wo ihm ein Jahr später der Prozess gemacht wurde. Während Verwandte und Gesinnungsgenossen seine Verteidigung organisierten, war die deutsche Regierung und mit ihr der Bundesnachrichtendienst peinlich darauf bedacht, nicht mit Eichmann und den Verbrechen der Nazis in Verbindung gebracht zu werden. Zu viele "Schreibtischtäter", darunter Adenauers rechte Hand Hans Globke, waren wieder in Amt und Würden. Die Angst, Eichmann werde seine Mittäter verraten, erhöhte den Druck.
In der Folge ließ Adenauer bei Ben Gurion vorfühlen, welche Gegenleistungen Israel erwarte, um Nachkriegsdeutschland aus dem Verfahren herauszuhalten. Kredite, die den Israelis schon zugesagt waren, wurden als Druckmittel vorläufig eingefroren. Die israelische Regierung lenkte schließlich ein und wies den Generalstaatsanwalt an, die Bundesrepublik im Prozess außen vor zu lassen.

* phoenix-Themenabend: Der Holocaust vor Gericht

Anlässlich des in diesen Tagen zu erwartenden Urteils im Detmolder Auschwitz-Prozess gegen den ehemaligen SS-Wachmann Reinhold Hanning, bietet phoenix einen sechsstündigen Themenabend mit einer Sonderausgabe der montäglichen Gesprächssendung „Unter den Linden“ aus Israel mit namhaften Zeitzeugen, dem Historien-Spielfilm „Die Akte General“ und vertiefenden Dokumentationen zur juristischen Aufarbeitung des Holocaust.
Der Programmschwerpunkt beginnt um 20.15 Uhr mit dem 90-minütigen Fernsehfilm „Die Akte General“, der den dramatischen Kampf des hessischen Generalstaatsanwaltes Fritz Bauer, dargestellt durch Ulrich Noethen, gegen die Vertuschung von NS-Verbrechen in der jungen Bundesrepublik plastisch aufzeigt.
Um 22:15 Uhr diskutiert Michaela Kolster in „Unter den Linden vor Ort“ aus der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem mit ihren Gästen, Yehuda Bauer und Gabriel Bach unter dem Thema „Wider das Vergessen des Holocaust - Erinnern, Mahnen, Sühnen“. Gabriel Bach war der stellvertretende Generalstaatsanwalt im Eichmann-Prozess in Jerusalem 1961/62. Yehuda Bauer ist israelischer Historiker und war viele Jahre Leiter des Forschungsinstituts Yad Vashems.
In diesen Tagen geht in Deutschland einer der seltenen und vielleicht letzten Strafprozesse gegen Täter des Holocaust zu Ende. Über 70 Jahre nach dem Völkermord rückt der Prozess von Detmold die Taten gegen die Menschlichkeit wieder in das gesellschaftliche Bewusstsein – gegen das kollektive Vergessen. Die Prozesse gegen die Täter sind und waren wichtige Bestandteile der Erinnerungskultur. In den 60er Jahren veränderten in Deutschland die Frankfurter Auschwitz-Prozesse und in Israel der Eichmann-Prozess den gesellschaftlichen Umgang mit dem Holocaust nachhaltig.
In der thematisch daran anknüpfenden Themennacht von Montag, 23. Mai 2016 auf Dienstag, 24. Mai 2016 entwirft um 2.15 Uhr die Dokumentation „Mörder unter uns“ ein dichtes Portrait der historischen Persönlichkeit des Fritz Bauer, ohne dessen Beharrlichkeit gegen eine Schlussstrichmentalität der unmittelbaren Nachkriegszeit Adolf Eichmann, der Manager der NS-Vernichtungsmaschinerie, sich wohl nie hätte vor Gericht verantworten müssen. Im Anschluss daran zeichnet die Dokumentation „Der Fall Eichmann“ ein erschütterndes Psychogramm des NS-Verbrechers anhand von Einblicken in unveröffentlichte Verhörprotokolle des israelischen Polizisten Avner Less, der Eichmann im Vorfeld des Prozesses über 270 Stunden lang vernahm.
Ein ausführlicher Themenschwerpunkt bei phoenix, der sich als fernsehjournalistischer Beitrag versteht, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit weiterhin als wichtigen Bestandteil der Erinnerungskultur zu halten, in kritischer Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit und in einem Prozess des interkulturellen Dialogs mit Israel.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 24.05.2016 um 03:00 Uhr auf Phoenix.

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24.05.2016 03:00Phoenix