Seit 1944 findet jedes Jahr im Mai eine ungewöhnliche Wallfahrt statt. Soldaten aus ganz Europa pilgern nach Lourdes. Nationalitäten und militärische Ränge spielen hier keine Rolle, vielmehr sucht man gemeinsam nach Antworten auf Fragen, die sich einem bei diesem schwierigen Beruf stellen.
Irische Dudelsackorchester in orangefarbenen Kilts bringen britische Offiziere zum Tanzen. Österreichische Gefreite marschieren zum dröhnenden Trommeln des deutschen Luftwaffenkorps. Lauthals liefern sich alle im Kampfsingen einen feucht-fröhlichen Schlagabtausch. Pflegerinnen ziehen Touristen auf Kranken-Rikschas durch den heiligen Bezirk. Lourdes ist außer Rand und Band. Die Soldaten sind da!
Seit 1944 pilgern Soldaten nach Lourdes, zunächst aus Frankreich. Nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges machte diese Pilgerfahrt schnell die Runde bei Uniformierten zahlreicher Nationen. Eine Woche lang im Mai heben sie seitdem alle ihre militärischen Ränge auf, duzen sich, schlafen in überfüllten Hotels und Camps, teilen mit bis zu 14 Mann ihre Zeltunterkünfte. Die Soldaten tauschen Baretts, Abzeichen, alle erdenklichen Uniformteile und Accessoires untereinander. Und sie suchen nach Antworten auf Fragen, die sie sich sonst während des Dienstes selten stellen, weil ihnen die Zeit fehlt.
Der aus Homburg stammende Regisseur Tarek Ehlail und Kameramann Mathias Prause haben Soldaten auf ihrer Wallfahrt nach Lourdes begleitet und dabei die Faszination dieser Pilgerreise in Statements und Bildern eingefangen. Herausgekommen ist ein Film über Träume, den Umgang mit Krisen und Antworten auf große Fragen.
"Soldatenwallfahrt - Unterwegs nach Lourdes" ist eine Koproduktion von Sabotakt Film und dem Saarländischen Rundfunk (Redaktion: Christian Bauer), gefördert von Saarland Medien.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 27.05.2016 um 06:00 Uhr auf SR.