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Zwischen Himmel und Hölle

Eine kleine Geschichte des Weltuntergangs
Donnerstag, 05.05.2016 09:45 Uhr
HR
Donnerstag
05.05.2016
09:45 Uhr
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Meinhard Schmidt-Degenhard im Gespräch mit Johannes Fried
Am 40. Tage nach Ostern feiern die Kirchen das Fest „Christi Himmelfahrt“, das an die Rückkehr Jesu als Sohn Gottes zu seinem Vater im Himmel erinnert. Himmel und Hölle – zwischen diese beiden Verheißungen bzw. Drohungen bewegt sich die christliche Tradition. Endzeitängste sind ein besonderes Phänomen der abendländischen, christlichen Kultur. Am Ende der Zeiten steht Gottes endgültiges Gericht, steht der Weltuntergang, die Apokalypse. So findet sich im Kanon der biblischen Schriften die „Offenbarung des Johannes“, ein durch und durch apokalyptisches Buch.
Am Ende der Zeiten wird der Weltenrichter kommen und im Jüngsten Gericht einen jeden Menschen seiner gerechten Strafe bzw. dem Himmel zuführen. Bis heute ist die Weltgeschichte voll von Ereignissen, in deren Zusammenhang immer aufs Neue vom drohenden Weltuntergang gesprochen wurde: ob nun Naturkatastrophen, ob Erdbeben oder Vulkanausbrüche, ob 9/11 oder der Tsunami. In der Popkultur, in der Literatur oder auch in den Wissenschaften finden sich unzählige Beispiele faszinierender Weltuntergangszenarien. So etwas gab’s nicht nur im vermeintlich düsteren Mittelalter, das so dunkel und trist auch gar nicht war.
Neuzeit und Aufklärung haben an der „Geschichte des Weltuntergangs“ wenig geändert. Anscheinend ist die Apokalypse tief verwurzelt in unserem unbewussten Weltbild und bis heute aktuell. Der Frankfurter Historiker Johannes Fried hat in diesem Frühjahr eine umfangreiche „Geschichte des Weltuntergangs“ vorgelegt unter dem Titel „Dies Irae“. Johannes Fried lehrte bis zu seiner Emeritierung als Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Goethe-Universität Frankfurt. In seinen Büchern über Karl den Großen und über die Entstehung der modernen Naturwissenschaft hat er herausgearbeitet, wie kulturell reich und bunt das mittelalterliche Leben wirklich war und wie es bis heute unser Leben prägt.
Selbst die Vernunft, die strenge „Ratio“, sonst gern als Produkt der Aufklärung verklärt, ist in mittelalterlichen Texten schon am Wirken. Im Gespräch mit Meinhard Schmidt-Degenhard erzählt Johannes Fried an diesem Himmelfahrtsmorgen von der faszinierenden Geschichte des Weltuntergangs in der abendländisch-christlichen Kultur – von den Erfahrungen des Urchristentums über das Mittelalter bis in die Gegenwart.
Horizonte

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 05.05.2016 um 09:45 Uhr auf HR.

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30.10.2017 20:15ZDF05.05.2016 09:45HR