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Mein Herz der Finsternis

Dokumentarfilm Schweden / Deutschland 2010
Mittwoch, 27.04.2016 01:15 Uhr
arte
Mittwoch
27.04.2016
01:15 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Vier Kriegsveteranen von verschiedenen Seiten steigen in ein Boot an der Mündung des Flusses Cuando. Sie sind auf einer Reise zurück zu vergangenen Schlachtfeldern, dem Ort, an dem sie sich als junge Männer gegenseitig umzubringen versuchten. Doch jetzt, rund 20 Jahre später, kommen sie als ehemalige Feinde zusammen, eine neue Einheit, die durch die Erinnerungen an die Grausamkeit des Krieges, aber auch durch das Verständnis ob der Wichtigkeit des Vergessens, Verarbeitens und Vergebens entstanden ist.
Jeder von ihnen hat eine Schuhschachtel mit Gegenständen aus dem Krieg dabei. Grausige Erinnerungen an einen grausamen Krieg. Die vier nehmen die Schachteln mit zurück, zurück nach Cuito, um sich ihren Alpträumen zu stellen und sie - hoffentlich - für immer dort zurückzulassen. Jeder von ihnen lebt isoliert und alleine mit seinen inneren Kämpfen. Vier Männer, vier Familien, vier kaputte Leben.
Diese vier Menschen leben immer noch wie Gefangene - eingesperrt im Fegefeuer ihrer Gedanken. Damals hätten sie alles versucht, um einander zu töten, aber heute stehen sie auf der gleichen Seite. Als Opfer der Vergangenheit, gezeichnet durch posttraumatische Belastungsstörungen. Zusammen kehren sie nun zurück nach Cuito, um Antworten zu suchen und das wiederzufinden, was ihnen genommen wurde - ihre Menschlichkeit.
Gefilmt vor der spektakulären Kulisse der afrikanischen Savanne, ist dies ein Film über unmenschliches Leid, groteske Bestialität und sinnlose Gewalt, aber auch über Enttäuschung und Hoffnung. Wie ein gemeinsamer Nenner den Lebensweg von vier Menschen aus den verschiedensten Teilen dieser Erde verändert und sie auf einen Pfad schickt, von dem es kein Zurück gibt.
Angola könnte eines der reichsten Länder Afrikas sein, wenn es nicht durch einen knapp 30-jährigen Bürgerkrieg weitgehend zerstört worden wäre. Ursprünglich ein Unabhängigkeitskrieg gegen die Kolonialmacht Portugal, wurde der Krieg in Angola mit der Erreichung der Unabhängigkeit 1975 zum Schlachtfeld des Kalten Krieges, einem Machtkampf zwischen Ost und West. Es ging um Erdöl, Diamanten, Kampf gegen die Apartheid und auf der anderen Seite darum, das "Gespenst des Kommunismus" von Afrika fernzuhalten. Der Bürgerkrieg dauerte jedoch lange über das Ende des Kalten Krieges 1989 hinaus an und kam, obwohl sich die internationalen Mächte weitgehend zurückgezogen hatten, erst im Jahr 2002 zur Ruhe. Schätzungsweise 500.000 Menschen kamen ums Leben, mehr als 2,5 Millionen Menschen wurden vertrieben.
"Mein Herz der Finsternis" lief auf zahlreichen Festivals im Wettbewerb, unter anderem auf dem IDFA 2010, auf dem Free Zone Festival in Belgrad 2011 sowie 2012 auf dem Pan African Film Festival in Los Angeles und dem SEE Brighton Documentary Festival. Beim FIC Luanda 2011 wurde der Film als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.

Regie: Staffan Julén, Marius van Niekerk\nProduzent: ZDF\n

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 27.04.2016 um 01:15 Uhr auf arte.

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27.04.2016 01:15arte