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Der russische Specht

THEMA Spezial: 30 Jahre Tschernobyl
Dienstag, 26.04.2016 23:30 Uhr
arte
Dienstag
26.04.2016
23:30 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Der Ukrainer Fjodor Alexandrowitsch ist radioaktiv verstrahlt. Er war vier Jahre alt, als 1986 der Kernreaktor von Tschernobyl explodierte und er daraufhin seine Heimat verlassen musste. Heute lebt der inzwischen 33-Jährige - mit radioaktivem Strontium in den Knochen - als Künstler und Maler in der Ukraine. Die Tragödie mit ihren weltweiten Auswirkungen beherrscht nach wie vor sein ganzes Denken und Handeln: Was genau ist damals geschehen?
Hat die Sowjetregierung wichtige Informationen vertuscht? Und vor allem: Was hatte all dies mit der gigantischen, mysteriösen Stahlpyramide zu tun, die heute in knapp vier Kilometer Entfernung vom Unglücksort langsam vor sich hin rostet? Wegen der seltsam knackenden Funksignale, die sie beständig aussendet, erhielt die als "Duga" bekannte massive Waffe aus dem Kalten Krieg den Spitznamen "Russischer Specht".
Für Alexandrowitsch war die Antenne schon immer ein Mysterium, dem er unbedingt auf den Grund gehen wollte, auch wenn sie sich in verbotenen Militäranlagen inmitten der radioaktiv verseuchten Sperrzone von Tschernobyl befindet.
In Chad Gracias Film, einer Mischung aus Dokumentation und Verschwörungsthriller, kehrt Alexandrowitsch in die Geisterstädte der radioaktiv verseuchten Sperrzone zurück, um Antworten zu finden - und um zu entscheiden, ob er das Geheimnis, dem er auf die Spur kommt, angesichts von Revolution und Krieg in der Ukraine enthüllen und damit sein Leben riskieren soll.
Dokumentarfilm Großbritannien 2015
Chad Gracias und Fjodor Alexandrowitsch lernten sich im Sommer 2013 in Kiew kennen. Obwohl Garcias bis dahin noch nie einen Film gedreht hatte, willigte er ein, eine kurze Dokumentation über den "Russischen Specht" zu machen. Schnell wurde klar, dass mehr aus diesem Projekt werden würde, und Gracias begleitete Alexandrowitsch schließlich ein ganzes Jahr lang. Die Dokumentation wurde mehrfach ausgezeichnet und lief auf vielen Festivals, unter anderem dem Sundance Film Festival 2015, wo sie den großen Preis der Jury in der Kategorie "World Cinema Documentary" gewann.

* THEMA Spezial: 30 Jahre Tschernobyl

Am 26. April 1986 ereignet sich in Tschernobyl die bisher schwerste nukleare Havarie aller Zeiten. Viele Menschen leiden bis heute an den Spätfolgen der Katastrophe. 30 Jahre nach Tschernobyl und fünf Jahre nach dem GAU von Fukushima begibt sich THEMA am Dienstag in die radioaktiv belasteten Gebiete, zeigt den Lebensalltag der Menschen und wirft mit zwei weiteren preisgekrönten Filmen unbequeme Fragen auf: In "Der russische Specht" forscht der exzentrische Künstler Fjodor Alexandrowitsch nach dem wahren Grund für den Reaktorunfall von Tschernobyl. Und Filmemacher Edgar Hagen macht sich in seiner "Reise zum sichersten Ort der Erde" auf die Suche nach dem idealen Endlager für hoch radioaktiven Müll.
ARTE Future begleitet den Themenabend online mit zahlreichen Informationen rund um das Thema Kernkraft sowie einem Dossier zu den Konsequenzen des Super-GAUs von Tschernobyl: future.arte.tv

Regie: Chad Gracia\nProduzent: WDR\n

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 26.04.2016 um 23:30 Uhr auf arte.

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