"Ultimo rincón del mundo" - "letzter Winkel der Welt" nennen die Chilenen ihr Land. Filmautor Alexander Schweitzer entdeckt dieses ferne südamerikanische Land mit der Eisenbahn. Dabei stellt er fest, dass die Chilenen sehr stolz auf ihre Bahn sind, vor allem, weil ihr berühmter Literaturnobelpreisträger Pablo Neruda Sohn eines Eisenbahners ist. Sogar ein Eisenbahnmuseum ist nach Neruda benannt. Einige Gedichte über die Eisenbahn hat er der Nachwelt hinterlassen. So ist immer auch die Poesie eine Begleiterin bei der Bahnfahrt durch Chile.
Nach einem kurzen Besuch Santiago de Chiles mit einem sagenhaften Blick vom Hausberg der Metropole, San Cristóbal, steigt Schweitzer in der Estación Central, dem Hauptbahnhof Santiagos, in den Zug. Die Reise führt durch die Ebene zwischen Küstenkordillere und Anden. Schweitzer macht einen kleinen Abstecher in den Nationalpark "Río de Los Cipreses" und sieht mit etwas Glück Tricahue Papageien, die so genannten Chilesittliche.
Nach neunzig Kilometern erreicht er Rancagua. Hier zweigte einst eine Bahn zur Bergarbeiterstadt Sewell ab. Hoch in den Bergen lebten hier bis in die siebziger Jahre 15.000 Menschen. Wegen der schwierigen Versorgung wurden sie allerdings umgesiedelt. Seit 2006 gehört die Geisterstadt zum UNESCO-Welterbe.
Weiter geht die Fahrt auf der schnellsten Bahnstrecke Südamerikas mit Tempo 140. Nachdem Schweitzer einem Rodeo zugeschaut hat, erreicht er nach 250 Kilometern schließlich Talca. Er steigt um in den Buscarril, den letzten Meterspurzug Chiles. Nun beginnt eine bezaubernde Fahrt durch die Weingegend am Rio Maule. Der Fluss mündet in Constitución in den Pazifik, und hier ist auch die Endstation des Buscarril. Ein letzter Blick auf die Schönheit des schwarzen Vulkansandes, und die Reise endet im "letzten Winkel der Welt".
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 27.04.2016 um 14:15 Uhr auf RBB.