In einem Zeitzer Kinderwagen hat wohl jeder DDR-Bürger einen Großteil seiner ersten Lebensjahre verbracht - und unzählige Westkinder ebenso. 450.000 Kinderwagen und 160.000 Puppenwagen produzierte das Werk in Zeitz im Jahr! Und die blieben natürlich nicht alle in der DDR, sondern wurden in die Bruderstaaten, aber auch in den Westen exportiert.
Vom ehemaligen VEB ZEKIWA, dem mit über 2.000 Mitarbeitern größten Kinderwagenherstellers in Europa, steht nur noch eine Industrieruine. Hier beginnt unsere Spurensuche, die mit zahlreichen Filmausschnitten aus öffentlichen und privaten Archiven die alte Zeit in Erinnerung ruft. Bei den ehemaligen Mitarbeitern ist diese Erinnerung noch lebendig, vor allem, wenn sie im Kinderwagenmuseum in der benachbarten Moritzburg ihre Werke bewundern können. Etwa den Panorama-Kinderwagen, der hier erfunden wurde. Oder den ersten Plastik-Hartschalen-Kinderwagen, der - ein totaler Flop - den jungen Müttern zu unhandlich und zu teuer war. Nicht zuletzt den Buggy, das Erfolgsmodell schlechthin.
Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen kommen zu Wort und erzählen von der großen Zeit der Kinderwagenproduktion, von technischen und wirtschaftlichen Problemen, von Erfolgen und Niederlagen und vom endgültigen Aus für ein traditionsreiches Unternehmen, das auf eine fast 150-jährige Tradition zurückschauen kann.
Spurensuche in Ruinen
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 19.04.2016 um 22:05 Uhr auf MDR.