Der Archipel im Nordosten von Schottland besteht aus 70 kleinen Inseln, von denen 20 bewohnt sind. Von 20.000 „Orkadiern“, wie sich die Bewohner der Orkney-Inseln nennen. Sie bestehen aus Fels, Erde, Wasser und Wind und es gibt drei Jahreszeiten an einem Tag - die Orkney Inseln sind einzigartig. Doch nicht nur wegen Lage, Klima und der großartigen Landschaft sondern auch wegen ihrer Geschichte.
In der Jungsteinzeit war die Inselgruppe ein Zentrum, in der Antike galt sie als das "Ende der Welt" und in der Zukunft will man alternative Energien hier erzeugen. Womit? Mit dem, was man zur Genüge vor der Haustür hat, dem rauen stürmischen Meer. Überhaupt ist das Meer prägendes Element für das Leben auf dem abgelegenen Archipel. Es liefert Futter für die seetangfressenden Schafe, der Golfstrom sorgt für mildes Klima, und die enorme Kraft der Wellen kann auf hoher See in Strom umgewandelt werden.
Auf den Orkneys ist alles ein bischen anders. Die Schafe fressen kein Gras, die Kinder fliegen mit dem Flugzeug zur Schule und die Freizeit verbringt man größtenteils in der Natur. Davon gibt es jede Menge auf den kleinen Inseln. Jobs gibt es ebenfalls zur Genüge. Jeder berufstätige Orkadier hat mindestens zwei verschiedene. Beim Leuchtturmwärter, der auch Fluglotse ist, kann man sein Benzin kaufen und Schafe züchtet er auch noch. Der Arbeiter auf der Fähre, checkt am Flughafen die Passagiere ein und ist obendrein noch Feuerwehrmann. Es herrscht Vollbeschäftigung. Der Alltag auf den Inseln gestaltet sich schwierig. Ihre Energie gewinnen sie aus dem Meer. Das Energiereservoir der Zukunft?
Trotzdem ist das Lebensgefühl auf den Orkneys recht entspannt. Das lockt mittlerweile auch junge Familien vom Festland. Die Kinder können hier unbeschwert aufwachsen und die Welt ist noch in Ordnung. Das fanden die Menschen in der Jungsteinzeit wohl auch und haben sich hier zahlreich angesiedelt. Ein Zimmer mit Küche, Betten und Hausaltar war damals der Standard. Schön warm unter Grassoden und mit ausgeklügeltem Abwassersystem. Ziemlich außergewöhnlich für die Zeit vor 5000 Jahren!
Um das Jahr 800 herum eroberten die Norweger die Orkney-Inseln und ließen sich dort nieder. Aus dieser Zeit stammt eine gut erhaltene Tempelanlage, die das „schottische Pompeji“ genannt wird. Die berühmtesten Kulturdenkmäler der Insel sind das Steinzeitdorf Skara Brae und der Steinkreis "Ring of Brodgar". Seit dem 15. Jahrhundert gehören die Inseln zu Schottland.
Die Dokumentation "Schottlands raue Inseln - die Orkneys" stellt das Archipel vor und zeigt, wie die Menschen auf den kleinsten der Inseln den Alltag ohne Lebensmittelgeschäft, Schule und Tankstelle meistern.
Film von Patricia Schäfer
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 09.04.2016 um 03:00 Uhr auf Phoenix.