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Beckett - Lippen schweigen (2/2)

Eine filmische Biografie in zwei Akten von Goggo Gensch
Sonntag, 17.04.2016 10:30 Uhr
SR
Sonntag
17.04.2016
10:30 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Die Qual des Daseins und die Sinnlosigkeit der menschlichen Existenz, das sind die immer wiederkehrenden Themen des Dramatikers und Romanciers Samuel Beckett, der am 13. April 2016 120 Jahre alt geworden wäre.
Der private Samuel Beckett war ein schweigsamer Eigenbrötler, der die eigene Verletzlichkeit zeitlebens zu verbergen wusste. Die protestantisch-irischen Eltern waren wohlhabend; Beckett wuchs behütet auf, doch schon in seiner Kindheit fühlte er sich oft einsam. Von einem Zuschauer einmal befragt, ob er denn von seinem Vater ständig misshandelt worden sei, dass er in seinen Werken eine solch düstere Welt entwerfen müsse, antwortete Beckett, Elend und Not müsse man nicht selbst erfahren, um sie täglich sehen zu können.
Mit 30 Jahren verließ Beckett seine irische Heimat für immer. Das frömmlerische geistige Klima dort war ihm zu eng, zu intolerant. Seine Heimat wurde, mit Unterbrechungen, Paris. Dort fand er Zugang zum Künstlerkreis um James Joyce, der ihm "beibrachte, was künstlerische Integrität ist". Gleichwohl war es die Lektüre der Romane Prousts, die Becketts Schreiben nachhaltig prägte. Die Wirklichkeit seiner Romanfiguren ist, was ihre Erinnerung hergibt. Ob in seinen Romanen oder im Theater: Beckett arbeitete gegen alle erzählerische oder dramatische Konvention: alles Äußerliche, Welthaltige reduzierte er immer mehr, bis nichts übrig blieb als ein einzelnes, sinnlos vor sich hin sprechendes Bewusstsein. Seine späte Prosa ist mehr Musik als Inhalt. Als der Erfolg mit "Warten auf Godot" auf einen Schlag kam, verweigerte er Auftritte in der Öffentlichkeit und gab kaum Interviews. Er schrieb auf Französisch, arbeitete jedoch immer wieder in Deutschland, verfasste und inszenierte Fernsehspiele für den Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart. Den Schauspielern gab er akribische Regieanweisungen, die er auch schriftlich ausarbeitete und die eher Partituren glichen als Texten.
Der zweite Teil der filmischen Biographie erzählt u. a. von Becketts sensationellen Theatererfolgen der Nachkriegszeit - die ihn freilich unberührt ließen - und seiner Fernseharbeit in den 60er und 70er Jahren.

Autor: Goggo Gensch\n

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 17.04.2016 um 10:30 Uhr auf SR.

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17.04.2016 10:30SR