Ein Wiener Caféhaus, seit dem letzten Jahr ein immaterielles Welterbe, ist der Ausgangspunkt für Dieter Moors Reise zu Welterbestätten die das Essen, Trinken und Genießen zum Thema haben und die man auch unter dem Begriff "Bauernland" zusammenfassen kann. In den Anbaumethoden drückt sich auch eine Kultur aus und so ist es ganz logisch, dass die UNESCO auch solche Orte zum Weltkulturerbe ernannt hat.
Den Engländern war ihr Five o`clock Tea derart wichtig, dass sie in ihrer Kolonie Indien sogar eine Eisenbahn bauten um den geliebten Darjeeling aus dem Vorgebirge des Himalaja zu transportieren. "Toy Train", Spielzeugbahn, nannten sie den Zug, der aus dem tropischen Tiefland Bengalens, 88 Kilometer hoch in die mehr als 2.000 Meter hohe Provinz Darjeeling fährt. Dort wächst der "Champagner unter den Teesorten", im kühlen Klima der neblig-feuchten Höhe.
Knapp 200 Kilometer südwestlich von Havanna befindet sich das "Valle de Vinales". Hier wird vor allem Tabak angebaut. Es soll der beste Tabak der Welt sein, der hier wächst. Im "Valle de Vinales" herrschen ideale klimatische Bedingungen, nicht zu nass und nicht zu trocken. Im Gegensatz zu anderen tropischen Pflanzen benötigt das Nachtschattengewächs Tabak eine fast grenzenlose Zuwendung. Ein kubanisches Sprichwort sagt, "Tabak kannst du nicht einfach pflanzen, den musst du heiraten."
2006 hat die UNESCO die Agavenlandschaft und die Produktionsstätten in und um den Ort Tequila in Mexiko zum Weltkulturerbe ernannt. Die meisten der 35.000 Einwohner leben in irgendeiner Form von ihrem Schnaps. Es ist ein beschaulicher, unspektakulärer Ort. Mexiko aus dem Bilderbuch. Seit 1795 wird Tequila hergestellt. Damals erteilte der spanische König eine Lizenz zur Herstellung des Mezcal-Weins, wie der Tequila früher genannt wurde.
Das Lavaux am Genfer See ist eine der schönsten Landschaften der Schweiz und wie geschaffen für den Weißwein, vor allem des Chasselas-Gutedels - eine der ältesten Rebsorten der Welt. Bodenbeschaffenheit, Luftfeuchtigkeit und die sonnige Lage des Lavaux sind ideal für den Chasselas. Ihren typischen Geschmack verdanken die Weine des Lavaux den an Mineralien reichen Böden, die von den Gletschern zwischen den Felsen abgelagert wurden. Die Alpen halten die kalten Winde ab. Die Berge und der See sorgen für ein mildes Klima. Gute Bedingungen für Weinbau in einer alpinen Region. Wärme spendet auch der Genfer See. Selbst im härtesten Winter friert der See nicht zu. Gleich einem gigantischen Spiegel reflektiert er die Sonnenstrahlen und wärmt so Felsen und Mauern.
Saint-Emillion im südfranzösischen Bordelais liegt mitten im größten Weinanbaugebiet der Welt. Der Wein hat hier die mehr als tausendjährige Geschichte geschrieben. Traditionell wird hier der Wein von Hand gelesen. Der Ablauf ist zwar aufwendig, dafür aber ermöglicht die Handlese eine sorgfältige Auswahl der Trauben am Weinstock. Pro Rebstock eine Flasche Wein. Mehr als Sechstausend Flaschen Ertrag sollte ein Anbaugebiet von der Größe eines Hektars nicht bringen. Alle zehn Jahre wird die Klassifizierung der Weingüter auf den Grand-Cru-Status überprüft, um das Qualitätsniveau der berühmten Rotweine Saint-Emilions zu garantieren.
Autor: Goggo Gensch\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 17.04.2016 um 06:45 Uhr auf SR.