Das Gut Darß mit seiner Fläche von etwa 4.700 Hektar und rund 4.000 Rindern, 2.000 Schafen und über 100 Wasserbüffeln ist ein riesiger Biobauernhof in Mecklenburg-Vorpommern in einer einzigartigen Lage. Er befindet sich auf der sonst vor allem von Touristen frequentierten Halbinsel Fischland-Darß-Zingst.
Früh morgens müssen die beiden "Neuen" vom Gut Darß zum ersten Mal mit anpacken. Beim Vieh müssen Ohrmarken eingezogen werden. Die gestandenen Weidewarte Achim und Fredi gehen dabei mit den jungen Frauen nicht zimperlich um.
Elli und Julia arbeiten eigentlich im Sekretariat und sind eingeteilt, ein halbes Jahr lang die hemdsärmeligen Herausforderungen draußen auf der "freien Wildbahn" zu meistern. Nun sollen sie die frisch geborenen Kälber mit dem Lasso einfangen. Das dürfte ein spannendes Unterfangen werden, da die Mutterkühe äußerst aggressiv reagieren. Auch das Verladen, Treiben und Übersetzen der rund 80 Wasserbüffel auf die Insel Schmidt-Bülten gestaltet sich schwierig.
Für Julia hat gerade die Probezeit begonnen. Als alleinerziehende Mutter braucht sie den Job dringend. Zum ersten Mal in ihrem Leben tauscht die angehende Sekretärin gemeinsam mit ihrer Kollegin Elli den Schreibtischstuhl gegen die Gummistiefel ein. So will es die Regel auf Gut Darß: "Denn nur wer alles von der Pike auf lernt, kann nachher bei den Zahlen auch die richtigen Entscheidungen treffen", so das Credo des Jungunternehmers Marc Fiege, Chef vom Gut Darß, einem der größten ökologischen Mutterkuhbetriebe in Europa.
Die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche vom Gut Darß befindet sich in einer der wenigen weitgehend unberührten Großlandschaften Europas, dem Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Das fordert nachhaltige neue Bewirtschaftungskonzepte durch natürliche Landschaftspflege, Einhaltung strenger Auflagen und ständige Kontrollen. Eine gewaltige Logistikaufgabe für das verhältnismäßig kleine Team vom Biohof.
In dem auf Muttertierbetrieb spezialisierten Hof und bei rund 6.000 Tieren gibt es permanent Nachwuchs. Im Sommer erleben die Rinderherden einen richtigen Geburtenboom. Draußen auf den Weideflächen finden jeden Tag ca. zehn bis 15 Geburten statt. Elli und Julia wollen unbedingt eine Geburt miterleben, selbst wenn es eine Grenzerfahrung wird. Doch ständig passiert etwas Unvorhergesehenes.
Werden die beiden jungen Frauen ihre harten Bewährungsproben meistern? Wird Julia ihre Probezeit bestehen? Außerdem stellt sich die Frage: Ist "bio" in Zeiten der stetig wachsenden Nachfrage nach gesunden, natürlichen Lebensmitteln in dieser Größenordnung ein Zukunftsmodell?
Cutting: Thomas Kern, Christian C. Struck\nSprecher: Carsten Krabbe\nProduktion: Andy Kaminski\nAutor: Cathrin Caspar\nKamera: Thomas Kern, Boris Mahlau, Jonny Müller-Goldenstedt, Christian C. Struck\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 16.04.2016 um 08:30 Uhr auf NDR.