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Thema: Wie bedroht ist Europa?

Moderation: Klaus Weidmann
Montag, 04.04.2016 12:45 Uhr
Phoenix
Montag
04.04.2016
12:45 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Welche Auswirkungen haben die jüngsten Terroranschläge in Paris und Brüssel auf Europa und den Rest der Welt? Wie gehen wir mit der zukünftigen terroristischen Gefahr um? Wie sind die Sicherheitsbedingungen bei uns in Deutschland? Wie lebt es sich in einem Land wie Israel, das unter ständiger Bedrohung steht – und wie geht die Bevölkerung damit um?
Das phoenix Thema beschäftigt sich aus aktuellem Anlass mit der Frage: „Wie bedroht ist Europa?“. Auf der Suche nach Antworten spricht phoenix-Moderator Klaus Weidmann unter anderem mit dem Terrorismusexperten und Sicherheitsberater Yan St. Pierre und dem Soziologen und Risikoforscher Prof. Wolfgang Bonß. Aus Tel Aviv ist phoenix-Korrespondentin Susanne Glass zugeschaltet und gibt eine Einschätzung der Situation vor Ort.

* Darin die Dokumentation: 'Dschihad in Europa - Warum die Terrorgefahr wächst'; Film von Ron Boes

Blutiger Terror mitten in Europa, dieses Mal in Brüssel. 35 Menschen sterben am Flughafen und in der Metro. Die Botschaft der Täter: Es kann jeden treffen. Zu jeder Zeit, an jedem Ort. Die Abstände zwischen den Terroranschlägen in Europa werden kürzer. Sicherheitsexperten sind sich einig, dass auch Deutschland ein Ziel der islamistischen Täter ist. Derzeit sprechen Sicherheitsbehörden davon, dass es 440 deutsche Gefährder gebe. Warum wächst die Terrorgefahr in Deutschland?
Die Behörden stufen deutsche Islamisten als Gefährder ein, denen Straftaten von erheblicher Bedeutung zugetraut werden. Der Vorsitzende der Bundespolizeigewerkschaft Ernst Walter warnt: „Der internationale Terrorismus wird keine Dauerschleife um Deutschland drehen.“ Die salafistische Szene ist in Deutschland in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Rund 8.500 Menschen werden ihr zugerechnet, 10 Prozent davon seien gewaltbereit, schätzt das Bundeskriminalamt. Dass Gewaltakte zu befürchten seien, betont auch der Leiter des Verfassungsschutzes NRW, Burkhard Freier, in der Dokumentation: „Es gibt eine zunehmende Zahl von Veranstaltungen von Salafisten, bei denen sie versuchen, junge Menschen zu rekrutieren und zu radikalisieren, dass alles nimmt zu. Deswegen ist der Salafismus nach wie vor eine dynamisch wachsende Bewegung, die noch nicht bekämpft ist. Wir haben festgestellt in den letzten Jahren, dass diese Gewaltbereitschaft – nicht nur die Zahl der Menschen, sondern auch die Bereitschaft der Menschen zugenommen haben.“
800 Männer und Frauen aus Deutschland sind nach Angaben von Sicherheitskreisen bereits nach Syrien und Irak in den Krieg ausgereist, ein Drittel sei zurückgekehrt. Wer von den Rückkehrern geläutert und wer gefährlich sei, ist schwer zu beurteilen. Terrorismus-Experte Peter Neumann vom King’s College in London erläutert in der Dokumentation die neue Strategie des sogenannten Islamischen Staates, den Krieg nach Europa zu tragen. Neumann sagt im Interview: „Es ist klar, dass der IS Anfang 2015 – das wissen wir von Berichten verschiedener zurückgekehrter Auslandskämpfer – damit begonnen hat, in Syrien europäische Auslandskämpfer zu Kommandos zusammenzustellen, die dann den Auftrag hatten, nach Europa zurück zu kehren, um dort solche Anschläge zu verüben. Deutschland ist absolut ein Ziel des IS, es wird auch genannt. Wir wissen, dass es konkrete Pläne gibt, hier solche Anschläge durchzuführen. Insofern ist Deutschland genauso bedroht wie Belgien, Frankreich und andere europäische Staaten.“

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 04.04.2016 um 12:45 Uhr auf Phoenix.