Eines Tages ist das UFO gelandet und die Bewohner der Grunewaldstraße in Berlin-Schönberg starren wie gelähmt auf die Hausnummer 87. Lange Zeit standen die meisten der 52 Wohneinheiten leer; über Nacht sind die unsanierten Räume prall gefüllt mit Menschen. 200 sollen es sein, vorwiegend Rumänen, aber so genau weiß das niemand.
Der ruhige und bei einkommensstarken Familien beliebte Stadtteil wird zum Brennpunkt. Täglich greift die Polizei ein, in großen Containern wird Unrat und Sperrmüll entsorgt. Anwohner schildern ein Klima der Angst, das „Horrorhaus" macht Schlagzeilen. Doch im Lauf der Wochen entsteht echte Nachbarschaft, getrieben von gegenseitigem Respekt. Eine Anwohnerinitiative entsteht, die nahe Kirchengemeinde hat sich eingeklinkt.
Die Reportage von Mosjkan Ehrari verbindet die Geschichten zweier Protagonistinnen. Anna ist 32 und aktiv in der Anwohnerinitiative G87. Sie will nicht länger weggucken, geht auf die neuen Nachbarn zu, versucht Konflikte auszuhalten und Regeln des Miteinanders auszuhandeln. Olga ist 44. Sie ist eine Romni, der vom Hausbesitzer zunächst Hoffnung gemacht wurde, dass sie mit ihrer Familie bleiben darf - mit einem „echten" Mietvertrag. Olga bemüht sich um Integration, sie hat mehrere Putz-Jobs und lernt dreimal die Woche deutsch. Vom Mietvertrag will der Besitzer jetzt nichts mehr wissen - Olgas Familie droht bald auf der Straße zu landen. Sie versucht zu verstehen, warum sie oft auf Ablehnung stößt.
Die Autorin Mosjkan Ehrari hat selbst einige Jahre in diesem Berliner Stadtteil gelebt und nimmt die Zuschauer mit in eine fremde, für viele zunächst befremdende Welt: Ein Haus in Berlin wird exemplarisch für viele in Deutschland seit die Flüchtlingszahlen steigen und EU-Bürger/-innen die Freizügigkeit nutzen.
Film von Mosjkan Ehrari - aus der Reihe "Gott und die Welt"
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 07.04.2016 um 22:35 Uhr auf MDR.