Dominique Manotti legte 2004 ihren dunkelsten Roman vor: "Das schwarze Korps", in dem sie die Machenschaften der französischen Gestapo in Paris im August 1944 schildert. Philip Kerr schickt seit 1988 seinen Hardboiled-Ermittler Bernie Gunther, einen ehemaligen Kommissar, in die finstersten Ecken des Nazi-Reiches mit SS-General Heydrich im Nacken. Im Gegensatz zu Kerr beginnt Volker Kutscher seine Romanreihe in der Weimarer Republik. Ihn interessiert, wie sein Protagonist Gereon Rath den Übergang von der Demokratie zur Diktatur verkraftet.
Kritiker und Leser - ein internationales Millionenpublikum - loben nie erfahrene Leseerlebnisse. Die Romane haben die Verführungskraft eines Suchtmittels; man spricht von atmosphärisch dichten Krimis, die ein Delirium aus Gewalt und Verbrechen nachzeichnen, mit hoher zeitgenössischer Substanz. Alle Protagonisten der Romane finden eine teuflische Welt vor, die sie vor existenzielle Fragen stellt: Wie kann man in einer Welt überleben, die so wahnsinnig geworden ist, dass Lebenszeit und Weltzeit in eins fallen? Der Diktator will die ganze Welt mit in den eigenen Abgrund reißen. Nach ihm soll es keine "Zeit" mehr geben.
Die Kamera begleitet die Schriftsteller bei ihrer Arbeit in Berlin, New York, Paris, London und Köln. Sie führen die Zuschauer an unbekannte Orte, wie die Quartiere der französischen Gestapo in Paris, die Dominique Manotti zeigt. Philip Kerr ist in Potsdam Babelsberg und im Haus der Wannseekonferenz bei der Recherche zu einem neuen Buch zu sehen. Volker Kutscher liest in einem ehemaligen KZ in Berlin aus seinem neuen Roman und führt durch Köln. Sein Protagonist Rath ist mittlerweile im Dritten Reich angekommen und erlebt 1933 einen ganz eigenen Rosenmontagszug in seiner Heimatstadt.
Regie: Christoph Rüter\nProduzent: ZDF\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 06.04.2016 um 02:35 Uhr auf arte.