Auf dem Grund der Tiefsee erheben sich gewaltige Gebirge: die Seeberge. Viele ragen über 4.000 Meter in die Höhe mit Gipfeln, die weit unter der Wasseroberfläche liegen. Die Seegiganten befinden sich meist an den Rändern der Kontinentalplatten und sind vulkanischen oder tektonischen Ursprungs. Nach Schätzungen der Wissenschaftler verteilen sich 30.000 bis 100.000 solcher Seeberge über die Weltmeere. Allerdings ist erst weniger als ein Prozent der Bergriesen ergründet.
Forscher entdecken dort immer wieder seltene Fische, Pflanzen und Kleinstlebewesen sowie auch zahlreiche, noch unbekannte Arten. Manche Meerestiere leben isoliert an einem einzelnen Seeberg, andere benutzen die Giganten auf ihrem Weg durch die Ozeane als Trittsteine, Rastplatz oder zur Laichablage. Wegen der Strömungsverhältnisse an den Seebergen entsteht eine oft besonders farbenprächtige Artenvielfalt. Denn die Berge wirken im Meer wie ein Hindernis, so entstehen spezielle Strömungswirbel, die aus der Tiefsee Nährstoffe in obere Wasserschichten transportieren.
Es sind sensible Ökosysteme, die durch Hoch- und Tiefseefischerei, Gasbohrungen, Schiffsunfälle und Wasserverschmutzungen immer mehr gefährdet sind. Autor Alix François Meier hat zwei wissenschaftliche Expeditionen im Atlantik begleitet und die dabei mitunter mühsame Erkundung der Seeberge dokumentiert. In Abhängigkeit von Wind, Wetter und vorhandener Technik gleichen diese Entdeckungsreisen einer Landung auf einem fremden Planeten.
Ein Film von Alix Francois Meier
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 05.04.2016 um 15:15 Uhr auf NDR.