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Broken Land

Dokumentarfilm Schweiz 2015 - Schwerpunkt: Der neue Rechtsruck
Montag, 04.04.2016 23:25 Uhr
arte
Montag
04.04.2016
23:25 Uhr
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Überwachungskameras, die vom Fernsehsessel aus kontrolliert werden, Pistolen im Nachttisch, Wachhunde und abendliche Patrouillen mit Flutlicht und gezückter Waffe im eigenen Garten. Das ist der Alltag, der "way of life", einiger US-Amerikaner, die am Grenzzaun leben, der die USA und Mexiko trennt. Wie die Anwohner mit der Situation der allgegenwärtigen Migrationsproblematik umgehen, ist so unterschiedlich wie die Menschen selbst: Neben denen, die sich verbarrikadieren, sogar teils als eine Art Bürgerwehr schwer bewaffnet auf Illegalen-Jagd gehen, gibt es auch die, die den "Grenzkrieg", wie sie ihn nennen, ablehnen.
Sie sind die Alltäglichkeit der militärischen Abwehrmaßnahmen und die ständige Überwachung leid. Sie wollen in Frieden und Freiheit leben und haben Verständnis für die Migranten, die den selben Wunsch hegen. Der Dokumentarfilm erzählt aus der Perspektive derer, die auf der begehrenswerten Seite des Zauns leben und lässt US-Bürger zu Wort kommen. Die unkommentierten Aussagen der Interviewten bedürfen keiner journalistischen Bewertung, um die Absurdität der Situation zu verdeutlichen.
Der Film hinterfragt so die Identitätskonzepte und Zukunftsvorstellungen der westlichen Gesellschaft und erforscht die imaginären und tatsächlichen Folgen einer Schutzstrategie, die auch zum eigenen Eingesperrtsein führt. Welche Folgen hat diese Abschottungstaktik für die, denen sie Sicherheit geben soll? Wie beeinflusst sie den Blick auf den Anderen? "Broken Land" ist keine journalistische Analyse, sondern ein philosophischer Streifzug, der einlädt, sich selbst mit dem Thema auseinanderzusetzen.
"Broken Land" lief auf vielen internationalen Filmfestivals. Unter anderem wurde er 2014 in Locarno und 2015 in Rotterdam und auf dem Buenos Aires International Independent Film Festival gezeigt. Aline Schmid, die Koproduzentin der Dokumentation, wurde 2015 in Cannes zum Producer on the Move gewählt. Ihre zwei neuesten Produktionen "Horizontes" und "Gangbé!" feiern ihre Weltpremieren im April 2016 auf dem schweizerischen Dokumentarfilmfestival Visions du Réel in Nyon. Im Moment arbeitet Schmid an "Almost There" von Jacqueline Zünd und an "Auf Leber und Tod" von Res Balzli.
Das Magazin "Amnesty" sagte zum Film: "[Die Regisseure] Barbey und Peter verkneifen es sich, dem Publikum ein fixes Urteil unterzujubeln, sondern lassen ihre eigenwilligen ProtagonistInnen für sich sprechen. Damit liefern sie eine neue Perspektive auf eine altbekannte Problematik."

* Schwerpunkt: Der neue Rechtsruck

Furcht vor dem Fremden, Angst vor Muslimen, Hass auf gewählte Politiker. Immer mehr Menschen sympathisieren mit rechtspopulistischen Parteien. Schlimmer noch: In Deutschland werden derzeit rund 45 rechte Straftaten pro Tag begangen. ARTE beleuchtet in einem Schwerpunkt Ursachen und Folgen des neuen Rechtsrucks in der westlichen Welt.
Der Dokumentarfilm "Rechts, zwo, drei - Driftet Europa ab?" geht dem Phänomen in Kroatien, Polen, Deutschland und Frankreich nach. Er untersucht, wie rechtspopulistische Gruppierungen von der aktuellen Stimmungslage profitieren und Fremdenhass und Rassismus schüren. Vor diesem Hintergrund begibt sich die afrodeutsche Regisseurin Mo Asumang in ihrem Film "Die Arier" auf die Suche nach den Ursprüngen des Arier-Begriffs und dessen Missbrauch durch Rassisten.
Im Anschluss zeigt "Der Prozess von Budapest" die erste lückenlose Dokumentation eines Prozesses gegen rechtsextremistische Attentäter in Ungarn. Im Jahr 2011 werden vier Männer angeklagt, Anschläge auf Roma verübt zu haben. Das Magazin "Square" widmet sich einer beunruhigenden Frage: Droht ein neuer Holocaust?
Auch um Rassismus geht es in dem essayistischen Dokumentarfilm "Broken Land". Er lässt US-Amerikaner zu Wort kommen, die direkt am Grenzzaun zwischen den USA und Mexiko leben, und zeigt, wie sie auf die Migranten und ihre Schicksale reagieren.
Der preisgekrönte Spielfilm "Wir sind jung. Wir sind stark." mit Jonas Nay und Devid Striesow führt ins Rostock nach der Wende, wo 1992 rechtsextreme Randalierer tagelang Asylbewerber-Unterkünfte in Brand setzten - ein weiterer eindringlicher Beitrag zur Extremismusdebatte.
Mehr zum Schwerpunkt im Internet unter: info.arte.tv

Regie: Stéphanie Barbey, Luc Peter\nProduzent: ARTE, SSR\n

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 04.04.2016 um 23:25 Uhr auf arte.