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Geliebt, gehasst, gejagt - Psychoterror Stalking

Film von Adina Rieckmann
Mittwoch, 30.03.2016 20:45 Uhr
MDR
Mittwoch
30.03.2016
20:45 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Er wartet auf sie vor dem Haus, füllt ihren Briefkasten mit kleinen Geschenken und Briefen. Am Autoscheibenwischer hinterlässt er Blumen, ruft immer wieder an und schickt Mails. Sie will das nicht, fühlt sich verfolgt und belästigt, hat Angst. Es geht um Stalking, zu Deutsch: Nachstellen. Das Wort kommt aus der Jägersprache, wenn man sich an das Tier heranpirscht, ihm nachstellt, es erlegt.
Fast zwölf Prozent aller Menschen in Deutschland werden im Laufe ihres Lebens mindestens einmal gestalkt. Mit einem Anteil von über 80 Prozent sind dabei Frauen als Opfer überrepräsentiert, während die Täter meist männlich sind. Viele Opfer berichten, dass sie in starkem Ausmaß verfolgt und in ihrem Leben massiv beeinträchtigt wurden. Das mussten sie bisher aufwendig nachweisen. Sonst hatten sie vor Gericht wenig Erfolg. So gibt es zwar pro Jahr etwa 20.000 Verdächtige, aber nur 200 Verurteilungen.
Künftig sollen die Täter leichter verurteilt werden können. Ein Gesetzentwurf von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sieht vor, dass Nachstellungen nicht länger schwerwiegende Beeinträchtigungen des Lebens verursacht haben müssen. Das heißt, ein Opfer muss nicht erst umziehen, also handeln und reagieren, damit sich die Justiz mit dem Fall beschäftigt.
Was aber sind das für Menschen, die andere verfolgen und belästigen, so dass sie kein normales Leben mehr führen können? Psychiater Stephan Sutarski erstellt Gutachten von Straftätern und beurteilt auch Stalker: "Das sind die Leute, die sich aus einer gescheiterten oder gar nicht in Gang gekommenen Beziehung heraus beeinträchtigt und verschmäht fühlen. Und da ist das Ziel häufig gar nicht mehr die Verehrung oder die Zuneigung, sondern sie wollen sich rächen für die enttäuschte Erwartung. Derjenige will dann den anderen unter Druck setzen. Eigentlich ist das Ziel Dominanz."
Auch Katharina aus Dresden hat jahrelang unter diesem Druck gelitten, bevor sie sich Hilfe geholt hat. Heute weiß sie, sie hat viel zu lange gewartet: "Man darf keine Angst haben. Es gibt Anlaufstellen, wo man sich helfen lassen kann - Opferhilfe, Frauenhaus. Aber es ist schwierig, in dem Moment, wo das passiert, dann traut man sich nicht und man fühlt sich einsam und kommt nicht raus."
Was bringt ein neues Gesetz und wer hilft Stalking-Opfern wirklich? Was geht in den Tätern vor?
Exakt - Die Story

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 30.03.2016 um 20:45 Uhr auf MDR.