Monika G. hat immer gearbeitet, um dazuzuverdienen, um ihre Töchter durchzubringen, um von zuhause zu fliehen. Über 30 Jahre ist es her, dass sie sich von ihrem gewalttätigen Mann trennte, da endete die Zeit der Angst, da schien alles gut werden zu können. Doch dann wurden die Töchter erwachsen und hörten plötzlich auf, mit ihr zu sprechen. Erst ein paar Monate, dann ein paar Jahre, dann mehr als ein Jahrzehnt. Eine Begründung bekam sie von ihren Töchtern nicht.
Daniela ist eine der Töchter. Sie hat den Kontakt zu ihrer Mutter, Monika G., abgebrochen. Es ging nicht anders, sagt sie. Immer wieder hatte ihre Mutter bei ihrer älteren Tochter Schutz gesucht. Zwischen dem Dasein für ihre Mutter und ihrer jüngeren Schwester ging Daniela irgendwo verloren. Danielas jüngere Schwester Irena ist radikaler. Irena hat seit Jahren gar keinen Kontakt zur Mutter und hütet ihr Leben eisern als Geheimnis vor ihr.
Die Gründe für den Abbruch des Kontakts sind individuell und dennoch spiegeln sich in ihnen immer die gleichen Muster: ein Geflecht aus Missverstehen und enttäuschten Erwartungen, aus Verletzungen und dem Drang nach Freiheit.
Der Film erzählt die Geschichte von Mutter und Töchtern aus beiden Perspektiven. Die einzelnen Sichtweisen verflechten sich zu einer Familiengeschichte und zum Bild einer in sich zerrissenen Familie, die miteinander und umeinander ringt. Ein Ringen, das sich so auch in vielen anderen deutschen Familien abspielt, heimlich und verborgen.
Aus der Reihe "Menschen hautnah"
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 03.04.2016 um 13:15 Uhr auf tagesschau24.