Hermann Henselmann (1905 - 1995) war der bekannteste Architekt der DDR. Er hat, gemeinsam mit seinen Kollektiven, viele bauliche Marken gesetzt - vor allem in Ostberlins Mitte. Da ist zum einen das Hochhaus an der Weberwiese. Es ist der Vorläufer für die Stalinallee und veranschaulicht noch heute die damalige Idee, Arbeiterpaläste zu errichten, Stein auf Stein. Im Gegensatz dazu wurde das Gebäudeensemble am Platz der Vereinten Nationen - früher Leninplatz - als Plattenbau projektiert. Die Häuser stellen eine Art Ornament dar - und es gibt sogar Maisonettewohnungen mit Atelier. Am Alexanderplatz schließlich stehen das Haus des Lehrers und das bcc - früher Kongresshalle - als Symbole einer zeitlosen Modernität.
In der Sendung erzählen Menschen, die mit seinen Gebäuden leben: Mieter, Hausmeister, Historiker, Architekten. Jeder hat eine andere Geschichte mit Henselmann. Da ist etwa Jürgen Beselin, der seit 1953 an der Weberwiese wohnt und immer noch überglücklich darüber ist, oder Kerk-Oliver Dahm, der als Architekt das Haus des Lehrers fast vollständig auseinandernehmen musste, um es zu sanieren. Architektur wird von Menschen für Menschen gemacht. Die Perspektiven sind dementsprechend so verschieden wie die Menschen selbst. Henselmanns Schaffen - einmal anders betrachtet.
Film von Uta Kolano
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 03.04.2016 um 08:10 Uhr auf HR.