40 Millimeter. Das klingt nicht viel und doch hängt das Wohl einer ganzen Thüringer Region davon ab. 40 Millimeter stark ist das Antriebsseil der Oberweißbacher Bergbahn. Die trägt seit 1923 Lasten und Leute aus dem Schwarzatal auf die Höhen des Schiefergebirges. Im Jahr 2013 wurde das große Jubiläum gefeiert: 90 Jahre Bergbahn! Anfang Mai stieg das Bergbahnfest. Kurz zuvor wurde - wie seit Jahren gewohnt - die Cabrio-Saison auf der steilen Bahn eröffnet.
Die ungewöhnliche und technisch anspruchsvolle Bahn entstand in den Hungerjahren nach dem Ersten Weltkrieg nach den Plänen des Thüringer Ingenieurs Wolfgang Bäseler. Beförderte die Bahn ursprünglich vor allem Güterwaggons auf's Hochplateau, wurden es später immer mehr Leute. Sie wurde 2002 von Grund auf saniert und ist heute ein touristisches Highlight, Güterwaggons werden nur noch zu Showzwecken aufgesetzt und hochgezogen.
Während die meisten Laien vor allem über die sich fast 24% neigende Steilstrecke staunen, ist auch die so genannte Flachstrecke von Lichtenhain nach Cursdorf mehr als einen Blick wert: Wo sonst wird noch heute mit 600 V Gleichstrom gefahren, mit Wagen, die an die Berliner S-Bahn erinnern.
Die einzigartige Bergbahn hat inzwischen die Modellbahngleise erobert. Es gibt ein eindrucksvolles H0-Modell ihrer Steilstrecke, und die Rudolstädter Modellbahner haben sogar die Schwarzatal-Strecke im Maßstab 1:87 nachgebildet. Michael Kirsch aus Jena hat es der Endbahnhof Cursdorf auf der Flachstrecke angetan. Er hat 2012 ein Modell davon gebaut und sich dafür einen der dort eingesetzten elektrischen Triebwagen nachbauen lassen. Ein Unikat.
Film von Robby Mörre aus der Reihe "Der Osten - Entdecke, wo du lebst"
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 02.04.2016 um 11:30 Uhr auf MDR.