Kappadokien - das sind verwaltungstechnisch fünf Provinzen in Zentralanatolien, südwestlich von Ankara. Kappadokien - das ist aus geografischer und kulturhistorischer Sicht ein Superlativ. Auf einer Hochebene entstand vor rund drei Millionen Jahren eine der eigentümlichsten Landschaften dieser Erde, mit surrealen Steinformationen, gewaltigen Bergen und tiefen Talschluchten. Man weiß heute von drei aktiven Vulkanen, deren Eruptionen das Land mit einer dicken Schicht aus Lava und Asche bedeckten.
In den weichen Tuff gruben Wind und Wetter Höhlen, modellierten steinerne Pilze, nadelspitze oder kegelförmige Gebilde, durchlöchert wie ein Schweizer Käse - die weltberühmten Feenkamine. Sehr früh siedelten hier Menschen - die natürlichen Grotten boten seit prähistorischer Zeit Unterschlupf, wurden erweitert, architektonisch salonfähig gemacht. Seit dem zweiten vorchristlichen Jahrtausend schwappten Migrationswellen ins Land - und alle Einwanderer hinterließen Spuren. Schon vor der Zeitenwende entstanden unterirdische Städte, mit Gassen und Häusern. Über 200 Kirchen sind registriert, wie von Maulwürfen in den Stein gegraben, im Innern bemalt.
Der Film sucht die Begegnung mit der grandiosen Landschaft, den Kontakt mit der Alltagskultur der Bewohner, ihrer Feste und Rituale.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 02.04.2016 um 05:00 Uhr auf SR.