Die Pontinischen Inseln liegen vor der Küste Roms und sind ein angesagtes Reiseziel der Italiener, außerhalb des Landes gelten sie noch als Geheimtipp. Sie zeigen Italien wie aus dem Bilderbuch: pastellfarbene Häuser, kleine Fischerboote, einsame Sandstrände und türkisblaues Meer.
Ponza heißt die größte Insel des Archipels. Die Schönen und Reichen der High Society ankern mit ihren Yachten in den Buchten der Insel, flanieren die Promenade entlang oder besuchen die Feinschmeckerlokale. Das Wechselspiel zwischen dem Luxus der Gäste und dem einfachen Leben der Fischer macht den Reiz von Ponza aus. Die Inselbewohner sind fromme Katholiken und verehren den Heiligen San Silverio. Ihren Schutzpatron feiern sie jedes Jahr mit einem Fest. Höhepunkt ist eine Prozession, die aufs Meer führt. Was San Silverio für Ponza, das ist Santa Candida für Ventotene, die zweitgrößte Insel des Archipels. Ihrer Schutzpatronin zu Ehren veranstalten die Inselbewohner im September ein Fest, bei dem sie selbst gebastelte Heißluftballons steigen lassen. Auf Ponza isst man, was das Meer hergibt, wie Thun- und Schwertfisch; auf Ventotene dagegen schätzt man, was auf dem Land gedeiht, zum Beispiel Linsen.
Ventotene ist ein Naturparadies. Ornithologen kommen hierher, um die Flugrouten von Zugvögeln zu erforschen, denn die Insel ist eine der ersten Landemöglichkeiten für die Tiere nach dem Flug über das Meer. Abstecher führen außerdem auf die zwei unbewohnten Inseln Palmarola, ein Naturparadies, und Santo Stefano, eine ehemalige Gefängnisinsel. Der Film stellt Menschen vor, die dem Zuschauer die Besonderheiten der Inseln näher bringen: einen Taxifahrer, der Urlauber durch die engen Gassen steuert; eine Kellnerin aus einem Nobelrestaurant; einen Fischer; einen Felsenputzer, der die Steilküste sichert; einen Stammgast, der eine Höhlenwohnung auf Ponza besitzt; den Inhaber einer außergewöhnlichen Buchhandlung auf Ventotene sowie ein Mädchen, das sich nicht vorstellen kann, seine geliebte Insel jemals zu verlassen.
Die Inseln rund um den italienischen Stiefel waren und sind Sehnsuchtsorte und Urlaubsparadiese. Kristallklares Wasser, weiße Strände, malerische Küstenorte und ein zum Wandern einladendes Hinterland locken zahlreiche Reisende an. Dabei gehörten die meisten Archipele bis in die 50er Jahre zu Italiens ärmsten Regionen, die durch eine hohe Auswandererrate von Entvölkerung bedroht waren. Doch der einsetzende Tourismus brachte den entlegenen Eilanden erstmals Wohlstand, aber auch das Risiko einer durch die Errichtung von Massenunterkünften verschandelten Landschaft. Inzwischen ist man sich hier bewusst, dass nur unverbaute Küsten, ein sauberes Meer und eine geschützte Natur das Überleben sichern.
Die fünfteilige Dokumentationsreihe präsentiert die landschaftlichen und maritimen Attraktionen der Inseln und stellt einige ihrer Bewohner vor, die dem Zuschauer die Besonderheiten der verschiedenen Archipele näherbringen.
Dokumentationsreihe Deutschland 2012
Regie: Susanne Gebhardt\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 26.03.2016 um 14:00 Uhr auf arte.