Zwischen Ost- und Westeuropa liegt Ungarn - ein Land, das ebenso wie seine Zirkuskultur vielfältig und einzigartig ist. In der Manege vermischen sich uralte Reitertraditionen mit hohem technischem Anspruch aus Sowjetzeiten. Sarah Schwarz trifft Jozsef Richter, der zur achten Generation des ungarischen Zirkus gehört. Mit gerade mal 23 Jahren ist er Direktor des ungarischen Nationalzirkus. Dort gebührt die größte Ehre dem Pferd.
Pferde spielen in der ungarischen Kultur eine wichtige Rolle, und die innige Verbindung zwischen Pferd und Reiter hat Eingang in eine weltweit gespielte Zirkusnummer gefunden: die "Ungarische Post", bei der ein Reiter zeitgleich auf dem Rücken zweier Pferde steht. Um den Ursprüngen dieses Kunststücks auf den Grund zu gehen, fährt Sarah Schwarz in den Nordosten des Landes, in die Weiten der ungarischen Puszta. In dieser wüstenartigen Hochebene leben die "Csikós" genannten Pferdehirten, die zugleich herausragende Reiter sind. Sarah Schwarz entdeckt dort die in der bewegten Geschichte begründete Melancholie des ungarischen Zirkus, aber auch eine in den leidenschaftlichen Tänzen und Gesängen mitschwingende Euphorie.
Die deutsch-französische Zirkusartistin Sarah Schwarz entführt den Zuschauer auf eine Entdeckungsreise durch Zirkusse in aller Welt. Vor der Gründung ihres Piglet Circus hat die Seiltänzerin bereits mit den ganz Großen der Branche zusammengearbeitet, und sie ist seit jeher fasziniert von dieser Traumwelt. Ihre Zirkus-Geschichten berichten von der Bindung der Völker an ihre Traditionen, die, angepasst an den Wandel der Zeit, auch heute noch fortleben. Egal ob großes Zelt oder kleiner Wanderzirkus - in den Shows bringt dieses Zusammenspiel der Kulturen stets neue Traumwelten zwischen Poesie, Lachen und Schaudern hervor.
Dokumentationsreihe Frankreich 2015
Regie: Christoph Schwaiger\nProduzent: ARTE F\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 24.03.2016 um 10:40 Uhr auf arte.