Die beiden größten Gruppen von "Gastarbeitern" in der DDR, Mosambikaner und Vietnamesen, betrachten ihre Zeit in der DDR wohl mehrheitlich als einen persönlichen Gewinn. Oft kamen sie aus armen Verhältnissen, die DDR war ihr erster Kontakt mit Europa. Sie verdienten für ihre Verhältnisse viel Geld und konnten ihre Familien in der Ferne unterstützen.
In der Zeit des Umbruchs waren ihre Dienste nicht mehr gefragt. Die ostdeutschen Kollegen empfanden sie als Konkurrenten. Man schickte viele von ihnen nach Hause. Oder sie gingen freiwillig wegen des zunehmenden Rassismus in der einst so "solidarischen" DDR. Die rassistischen Exzesse vor Ausländerwohnheimen in Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen waren der traurige Höhepunkt dieser Entwicklung.
Die Dokumentation zeigt, wie die "Gastarbeiter" in der DDR gelebt haben. Die Regeln ihres Aufenthaltes waren in staatlichen Verträgen genau aufgelistet, deshalb hießen sie offiziell "Vertragsarbeiter". Kontakte mit Einheimischen wurden durch die Verträge erschwert, außerhalb offizieller Veranstaltungen waren sie nicht erwünscht. Die DDR-Bürger informierte man kaum.
Gerüchte machten die Runde. Bis heute glauben manche, dass die "Gastarbeiter" mit Westgeld bezahlt wurden. Mangelnde Informationen und der ungeübte Umgang mit Menschen aus fremden Kulturen führten immer wieder zu rassistischen Ressentiments, mal hinter vorgehaltener Hand, mal offen ausgelebt.
Film von Lutz Rentner
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 15.03.2016 um 22:05 Uhr auf MDR.