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Strahlendes Vermächtnis

100.000 Jahre Endlagerung
Samstag, 12.03.2016 20:15 Uhr
tagesschau24
Samstag
12.03.2016
20:15 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Neben einer möglichen Neuausrichtung der Energiepolitik ist vor allem eine Folge der Atomkraftnutzung für alle Länder drängend: der Umgang mit der Endlagerung des atomaren Mülls. Die Entsorgung ist bisher nirgendwo in der Welt gelöst. 250.000 Tonnen radioaktiven Abfalls aus Kernkraftwerken in ganz Europa warten auf ihre endgültige Lagerstätte. Die Welt ist voller Probleme, aber nur eines wird die Menschheit die nächsten 100.000 Jahre beschäftigen: Wohin mit dem Atommüll? Im Moment sind es 250.000 Tonnen, die auf eine Endlagerung warten. "Radioaktiver Abfall ist die Achillesferse der Atomkraft", sagt Tobias Münchmeyer von Greenpeace Deutschland, "und kein einziges Land hat bislang eine Lösung für dieses Problem".
Wissenschaftler in Finnland und Schweden dagegen meinen, die Lösung gefunden zu haben: sie wollen radioaktiven Abfall tief unten im Granit lagern. Könnte der finnische oder schwedische Boden eine Lösung für die gesamte europäische Kernkraftindustrie werden? "Eine verführerische Idee - und wirtschaftlich nachhaltig", sagt auch Ralf Güldner, Präsident des deutschen Atomforums und stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung bei E.ON Kernkraft. Doch so einfach ist es nicht, radioaktiven Abfall aus anderen Ländern nach Finnland oder Schweden zu bringen. "Die gegenwärtigen Gesetze verbieten den Import und Export", sagt Saida Laârouchi Engström, verantwortlich für die Schwedische Kernbrennstoff- und Abfallwirtschaft-Gesellschaft, SKB.
Ralf Güldner, Präsident des deutschen Atomforums, begrüßt die Idee von Günther Oettinger, EU-Kommissar für Energie, dass zwei oder drei europäische Länder, die Kernenergie verwenden, gemeinsam die Lagerung des radioaktiven Abfalls angehen könnten. Olli Heinonen, finnischer Atom-Experte und Professor in Harvard, meint sogar, dass zwei bis drei Endlagerungsstätten für ganz Europa ausreichend sein könnten. Die Aussicht auf gute Geschäfte motiviert Lokalpolitiker in Finnland, vor allem in Gegenden mit hoher Arbeitslosigkeit.
Olli Heinonen warnt aber auch vor weiteren Gefahren der Atomkraft, zum Beispiel vor radioaktivem Abfall in den Händen von Terroristen. Die Italiener kennen ein anderes unheimliches Szenario. Italienische Experten bestätigen Fälle, in denen die kalabrische Mafia Ndrangheta Schiffe mit radioaktivem Abfall im Mittelmeer versenken ließ. Die Uhr tickt. Je länger die mit Kernenergie operierenden Länder Europas die Entscheidung der Endlagerung verschieben, desto größer wird die Gefahr von Unfällen oder terroristischen Angriffen.
2011 hat sich die deutsche Regierung angesichts der atomaren Katastrophe von Fukushima entschieden, die Nutzung der Kernkraft aufzugeben und die letzten Kraftwerke vor 2022 abzuschalten. Eine sichere Lösung für den atomaren Müll hat sie nicht.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 12.03.2016 um 20:15 Uhr auf tagesschau24.

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