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Samias Rettung

Neue Heimat Deutschland
Donnerstag, 10.03.2016 09:30 Uhr
EinsPlus
Donnerstag
10.03.2016
09:30 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Dreimal wurde Samia verkauft, von einem Kämpfer des Islamischen Staates an den nächsten. "Verheiratet", wie die Terroristen zynisch sagen. Die damals 17-jährige Jesidin wurde geschlagen, gedemütigt und vergewaltigt. Als sie aus der Islamisten-Hochburg Mossul zu fliehen versuchte, haben die bärtigen Männer des IS sie zur Strafe in einen Raum gesperrt, über Wochen sah sie niemanden als ihre Peiniger. Schließlich ist ihr die Flucht gelungen - zurück zur Familie, oder besser: zu denen, die davon übrig sind. Ihre Eltern sind vermisst, Vater und Brüder wurden vermutlich umgebracht. Zwei Schwestern konnten ebenfalls aus der IS-Gefangenschaft fliehen, die anderen sind noch immer dort.
Samia wohnt seit Juli in einem Zimmer in Heilbronn. Eigentlich in Sicherheit und Freiheit und doch kann sie nicht vergessen. Nacht für Nacht liegt sie wach, denkt an ihre vermissten Angehörigen, schaut sich auf dem Handy alte Fotos an - mehr ist nicht geblieben von der Familie, dem einstigen Mittelpunkt ihres Lebens. Samia ist tieftraurig. Dabei hatte sie mehr Glück als viele ihrer Leidensgenossinnen. Sie wurde in das Hilfsprogramm des Landes Baden-Württemberg aufgenommen. 1.000 Frauen, die in der Gewalt der islamistischen Fanatiker waren, sollten nach Deutschland geholt und medizinisch-therapeutisch behandelt werden. Das hatte die Landesregierung versprochen, im Jahr 2014, kurz nach den brutalen Überfällen des IS auf die jesidischen Dörfer im Nordirak. 1.000 jesidische Frauen - vor der großen Flüchtlingswelle war das eine große Zahl.
Ein Filmteam des SWR hat die junge Jesidin Samia im Flüchtlingslager im Nordirak besucht. Es hat sie beim alles entscheidenden Auswahlgespräch mit dem Projektleiter, dem Psychologen Jan Kizilhan, begleitet und sie während der folgenden Monate in ihrer neuen Umgebung in Heilbronn beobachtet: beim Deutschkurs, beim Einkaufen oder im Kontakt mit deutschen Mitschülern. In Kotscho, ihrem jesidischen Dorf im Nordirak, ist Samia gerne zur Schule gegangen, sie wollte Lehrerin werden. Nun ist das Dorf zerstört, viele der Kinder, die sie hätte unterrichten können, leben nicht mehr. Es fällt Samia schwer, sich ihre Zukunft vorzustellen. Im Zentrum der Dreharbeiten stand immer wieder eine Frage: Wird sich die junge Frau aus dem so gänzlich anderen Kulturkreis in Süddeutschland einleben können, oder wird sie immer tiefer in ihrem Trauma versinken?
Film von Esther Saoub und Joachim Auch

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 10.03.2016 um 09:30 Uhr auf EinsPlus.

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Alternative Ausstrahlungstermine
10.03.2016 09:30EinsPlus09.03.2016 12:30EinsPlus