Noch nie stand das Entwicklungshilfesystem so in der Kritik. Deutschland sei kein Weltsozialamt, so der ehemalige deutsche Entwicklungsminister Dirk Niebel auf seiner ersten Afrikareise.
Was ist schief gelaufen in 50 Jahren Entwicklungshilfe? Der kenianische Wirtschaftswissenschaftler James Shikwati macht sie mitverantwortlich für die Bettelmentalität und fehlende Eigeninitiative der Afrikaner. Profiteure des Systems seien letztlich Despoten und eine heuchlerische Hilfsindustrie. Er glaubt, dass Afrika nur aus eigener Kraft sein Armutsproblem lösen kann, und zwar mit Hilfe der Chinesen, die Afrikas marode Infrastruktur entwickeln.
Eine Straße von Kairo nach Kapstadt. Das war der größte Traum der britischen Kolonialherren. Jahrzehnte später scheint die Supermacht von morgen, China, diesen Menschheitstraum in die Realität umzusetzen. "Erst eine Straße führt zu Reichtum", so ein altes chinesisches Sprichwort.
Die langjährige Afrika-Korrespondentin Birgit Virnich und ihr Kamerateam sind Tausende Kilometer quer durch Kenia, Sambia und Angola gereist auf den Straßen, die die Chinesen derzeit in ganz Afrika bauen. Keiner hat in den letzten Jahren so viel Geld in die Infrastruktur Afrikas investiert wie die Chinesen. Doch welche Rolle spielen sie in Afrika? Sind sie die neuen Kolonialherren und politischen Partner korrupter Despoten oder ebnen sie afrikanischen Unternehmern den Weg in die globalisierte Weltwirtschaft? Während der Westen Afrika als kränkelnden Patienten behandelt, sieht China Afrika als Global Player, voller Reichtum, Rohstoffe, Absatzmärkte. Wo sind die Lücken auf dem Zukunftsmarkt Afrika? Kann es sich Deutschland leisten, Afrika wirtschaftlich den Chinesen zu überlassen? Diesen Fragen geht der Film nach und skizziert die Strategie der neuen Supermacht China und die Mängel westlicher Geberpolitik.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 04.03.2016 um 18:30 Uhr auf Phoenix.