ESC zum Schließen · Enter zum Suchen

Wirbel

Dokumentarfilm Frankreich 2013
Montag, 07.03.2016 23:35 Uhr
arte
Montag
07.03.2016
23:35 Uhr
Teilen:
Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Der in impressionistischen Bildern erzählte Dokumentarfilm stellt ein Naturphänomen einem inneren Geisteszustand gegenüber. Außerdem porträtiert er die Menschen, die heute in jener archaischen, abgeschiedenen Welt mit den Stürmen leben - einem Sinnbild für Einsamkeit, existenzielle Angst und Tod.
Über die Hochebenen und Felsausläufer des französischen Bergmassivs Mont Lozère fegen regelmäßig heftige Schneestürme, in denen man leicht die Orientierung verlieren und sich verirren kann. Die langen, strengen Winter und ihre Unwetter beeinflussen auch die Lebensgewohnheiten und den Gemütszustand der Bewohner. Dort, wo die Stürme am heftigsten ihr Unwesen treiben, errichteten die Menschen einst Glockentürme, um Verirrte zu leiten. Auch die bimmelnden Glocken der Schafe dienten als Orientierung für im Gebirge Verlorene.
Der Film zeigt, wie Menschen leben, die Monate lang unter orkanartigen Stürmen zu leiden haben. Ständig laufen sie Gefahr, sich mit Körper und Seele darin zu verlieren. Die Natur fordert ihren Tribut und treibt manche an die Grenzen ihres Verstandes. Der Dokumentarfilm zeigt den Friedhof der psychiatrischen Anstalt von Saint-Alban, auf dem knapp 3.000 Patienten, sogenannte "Verirrte", zwischen 1880 und 1890 in einem Massengrab beigesetzt wurden. Er gedenkt der Menschen, die von ihren Familien und der Welt vergessen wurden und an deren Existenz heute nichts mehr erinnert - jener, die sich in ihren eigenen Wirbeln verloren haben.
Die hypnotische Musik, die Naturgeräusche und die in schwarz-weiß gehaltenen Landschaftsbilder von einer ganz besonderen formalen Schönheit lassen den Zuschauer die karge Bergregion mit ihren harten, einsamen Wintern sehr intensiv erleben. Der Film zeigt das Leben, das bei Sturm, wenn die Menschen bei sich zu Hause eingeschlossen bleiben müssen, stillsteht und wie eingefroren zu sein scheint. Das Glockengebimmel der Schafherden, der Regen, der Wind und die menschlichen Stimmen erscheinen so eher subjektiv erlebt, als ob sie sich in einer anderen Realität abspielen würden.

Regie: Pierre-Yves Vandeweerd\n

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 07.03.2016 um 23:35 Uhr auf arte.

Livestream
Details
Alternative Ausstrahlungstermine
07.03.2016 23:35arte