Seit April 2003 ist es möglich, Putzhilfen im Minijob zu beschäftigen und das beim Finanzamt geltend zu machen. Zeitgleich folgte ein Gesetz, das erlaubt, Rechnungen für haushaltsnahe Dienste steuerlich abzusetzen. Die Haushalte haben dadurch profitiert, sie sind nun vor dem Finanzamt sauber und ihre Kosten werden subventioniert. Die Menschen, die die Arbeit leisten, profitieren davon aber nicht. Denn für sie lohnt sich legale Arbeit nicht. Es reicht nicht fürs Überleben.
Vivian Perkovic schaut hinter verschlossene Türen und glänzende Fassaden von Privathaushalten, Reinigungsfirmen und Internetportalen. Sie trifft Betroffene, diskutiert mit Arbeitgebern über faire und gerecht bezahlte Arbeit und konfrontiert die politisch Verantwortlichen: War die Einführung der steuerlichen Absetzbarkeit haushaltsnaher Dienstleistungen nicht letztlich ein Schuss nach hinten? Und ist das gar gewollt, wie Kritiker vermuten? Wäre ein Gutscheinsystem zur staatlichen Subventionierung von Hausarbeit, wie es in Frankreich und Belgien praktiziert wird, eine bessere Lösung?
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 07.03.2016 um 20:15 Uhr auf BR.