Inmitten von Westsibirien liegt der deutsche Nationalkreis Halbstadt, ein 1991 wiedererschaffener Landkreis deutschstämmiger Einwohner. Vor rund 100 Jahren kamen mennonitische Siedler hierhin in die westsibirische Tiefebene. Sie gründeten Dörfer und machten das Land urbar. Während der Stalin-Zeit wurden viele Deutschstämmige aus den europäischen Teilen der Sowjetunion dorthin zwangsumgesiedelt. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion erhielten die Menschen die Möglichkeit, in ihr altes Heimatland Deutschland zurückzukehren. Viele gingen, einige blieben.
Heute leben hier vor allem Deutsche und Russen. Die meisten von ihnen arbeiten in der Landwirtschaft. Westsibirien gilt als die Kornkammer Russlands. Der Anbau von Weizen ist hier möglich, weil die westsibirische Tiefebene für mindestens 90 Tage im Jahr frostfrei ist. Im Sommer müssen viele Tausend Hektar allerdings zügig geerntet werden, denn der erste Frost kommt bereits Anfang September. Und dann dauert es auch nicht mehr lang, bis wieder ein eisiger Steppenwind über das Land zieht und alles Leben auf das Nötigste reduziert.
Volkert Schult hat mit den Bewohnern von Halbstadt gesprochen, mit den Deutschen, die dort bleiben wollen, und mit denen, die nach Deutschland ausreisen wollen. Und er hat russische und kasachische Bewohner gefragt, wie sie mit den Deutschen zusammenleben und was deren Wegzug der Nachbarn für sie bedeutet.
Autor: Volkert Schult\nProduktion: Michael Schinschke\nRegie: Volkert Schult\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 03.03.2016 um 14:30 Uhr auf WDR.