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Der Glanz der Schattenwirtschaft

Thema: Unser Leben, unsere Daten, unsere Zukunft
Donnerstag, 03.03.2016 10:30 Uhr
arte
Donnerstag
03.03.2016
10:30 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

"Die Schattenwirtschaft wird verachtet als krimineller Schwarzmarkt, dabei ist sie eine Supermacht", behauptet Robert Neuwirth, ein amerikanischer Autor, der auf der größten Müllkippe Afrikas in der nigerianischen Hauptstadt Lagos steht. Hier wühlen Hunderte Menschen im Abfall einer Millionenstadt nach Verwertbarem. Soll das ein Sinnbild einer ökonomischen Supermacht sein?
"Zahlen der Weltbank belegen, dass diese Menschen zusammen zehn Billionen Dollar jährlich erwirtschaften. Wären sie Einwohner eines Landes, wäre es nach den USA die zweitgrößte Volkswirtschaft", sagt Neuwirth. Neuwirth recherchiert seit Jahren über die informelle Wirtschaft. Er hat monatelang bei den Menschen gelebt, die Kunststoffe, Altmetall und Elektroschrott sammeln. Viele verkaufen als Straßenhändler gebrauchte Mobiltelefone oder gefälschte Markenartikel. Sie zahlen keine Steuern, sind nicht registriert und haben keinen Schulabschluss. Inoffizielle Schätzungen gehen davon aus, dass die Sammler auf der Müllkippe täglich insgesamt 30.000 Dollar erwirtschaften.
"Vier von fünf sind informell", sagt Neuwirth, "wenn wir über wirtschaftliches Wachstum in Afrika sprechen, müssen wir über diese informelle Wirtschaft sprechen, nicht über die formellen Unternehmen." "Der Glanz der Schattenwirtschaft" begleitet Robert Neuwirth auf seinen Recherchen in der afrikanischen Metropole Lagos und lässt den Zuschauer eintauchen in die kaum bekannte Welt der informellen Kleinstunternehmer. Er zeigt deren Können, ihre Kreativität und ihre Bedeutung für die Bekämpfung der Armut. Dieses Potenzial entdecken auch immer mehr Ökonomen. "Von den Informellen", so der Sozialökonom Michael Grimm, "kann ein wirtschaftlicher Aufschwung in Afrika ausgehen, der die Armut beendet."
Dokumentation Deutschland 2014

* Themenabend: Unser Leben, unsere Daten, unsere Zukunft:

Neue Technologien wie Datenbrille und Gesichtserkennung, Gesundheits-Wearables oder die Telemedizin machen es bereits heute möglich, sehr persönliche Daten über jeden Bürger zu sammeln und zu speichern, auszuwerten und zu nutzen. Noch dürfen diese Technologien zwar nicht flächendeckend eingesetzt werden, doch möglich wäre es bereits.
Sowohl Facebook als auch Google besitzen schon Gesichtserkennungsalgorithmen mit erstaunlicher Treffsicherheit. Und auch die Entwicklungen in der Gesundheitsbranche sind nicht mehr aufzuhalten. Es gibt Pilotprojekte, bei denen Patienten ihre Körperdaten per App an Ärzte und Versicherungen schicken. Das hat für die Gesundheit der Patienten durchaus Vorteile - doch die Kehrseite der Medaille ist offensichtlich: Wer garantiert die Vertraulichkeit dieser Daten? Und was würde passieren, wenn Versicherungen ihre Leistungen an Bedingungen knüpfen würden, wie eine Änderung des Lebenswandels oder Umstellung der Ernährung des Patienten?
THEMA am Dienstag widmet sich einer radikalen gesellschaftlichen Veränderung, die mit der Entwicklung dieser neuesten Technologien einhergeht. In zwei Dokumentationen beleuchtet ARTE die Fragestellung, wie technischer Fortschritt unser Leben in Zukunft beeinflussen wird und was er vielleicht verbessern kann, was sinnvoll und was sinnlos ist, welche großen Player in diesem riesigen Markt mitmischen und welche Gefahren in der anstehenden, totalen Vernetzung liegen. Über ein Thema der Zukunft mit gewaltiger gesellschaftlicher Sprengkraft.

Regie: Jan Kerckhoff\n

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 03.03.2016 um 10:30 Uhr auf arte.