Angelina Sacbajá und Fidelia Gonzalez sind beide "Comadronas" aus dem Volk der Kaqchikel-Maya. Sie leben im westlichen Hochland Guatemalas und nehmen eine zentrale und angesehene Stellung in ihren Gemeinschaften ein. Fidelia lebt in Chapata und ist zu ihren Patientinnen bisweilen anderthalb Stunden unterwegs. Angelina ist seit 47 Jahren als Hebamme tätig. Sie begleitet Frauen weit über die Geburtsbegleitung hinaus und verbindet dabei medizinisches Wissen, emotionale Unterstützung und spirituelle Praktiken. Hier unterstützt sie Belsi, eine 21-Jährige, die mit ihrem zweiten Kind schwanger ist, nachdem sie ihr erstes verloren hatte. Gemeinsam besuchen sie Iximché - die einstige Hauptstadt der Kaqchikel-Maya und ein heiliger Ort, an dem bis heute Zeremonien abgehalten und überlieferte Traditionen gepflegt werden.
Aufgrund ihrer Identität als indigene Frauen und ihrer fehlenden institutionellen medizinischen Ausbildung sind die "Comadronas" im offiziellen Gesundheitssystem Guatemalas Rassismus, Verachtung und Misstrauen ausgesetzt. Ihre Zahl schwindet von Jahr zu Jahr - und das, obwohl die von ihnen betreuten Frauen im medizinischen System ebenfalls Diskriminierung und mangelnden Respekt erfahren. Die "Comadronas" bieten weit mehr als nur medizinische Versorgung: Sie schaffen einen Raum, in dem Frauen Gehör finden, sich in ihrer eigenen Sprache ausdrücken und gebären können, ohne ihre Kultur, Identität oder Traditionen aufgeben zu müssen. Mit ihrem Engagement setzen sich Angelina und Fidelia für weit mehr ein als nur für eine medizinische Praxis. Sie tragen dazu bei, eine bedrohte Kultur und Identität zu bewahren.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 28.11.2026 um 09:50 Uhr auf arte.