Mehr als 100 Bergseen gibt es in der Hohen Tatra und viele leuchten in einer ganz eigenen Farbe. Es gibt einen "grünen See", einen "weißen See" und gleich mehrere schwarze. Der größte See heißt "Meerauge". Ihre sprechenden Namen verdanken sie dem Gestein am Grund oder den Reflexionen der Sonne und der aufragenden Felsen am Rand.
Der vielleicht beliebteste See ist der Tschirmer See. Er hat keine besondere Farbe – seine Strahlkraft entspringt der spektakulären Kulisse vor den Tatra-Bergen und macht ihn damit zu einem romantischen Treffpunkt für Liebespaare. Zwischen den zahlreichen Seen sind Wanderer unterwegs. In den weniger touristischen, unzugänglichen Teilen des UNESCO-Biosphärenreservats hat sich eine Tierwelt erhalten, wie es sie früher einmal überall in Europas Wäldern gab. Zirbelkiefern verlocken Bären zu waghalsigen Klettertouren. Das Gebirge zwischen Polen und der Slowakei wurde in der Eiszeit von Gletschern geprägt. Sie schürften Trogtäler in den Granit, die sich nach Abschmelzen des Eises mit Wasser füllten. Jedes dieser besonderen Gewässer bildet ein eigenes empfindliches Ökosystem. Ein wissenschaftliches Tauchteam der Universität Olsztyn kontrolliert deshalb jährlich den Zustand des "Meerauges". Dies ist der größte unter den Tatra-Bergseen. Bei Sonne leuchtet das Wasser oft blaugrün wie das Meer, das brachte dem See seinen Namen ein. Seine intensive Farbe soll er einer geheimnisvollen Verbindung verdanken.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 25.11.2026 um 11:05 Uhr auf BR.