

Sie haben Milliarden, Einfluss und eine Vision, die weit über das Silicon Valley hinausreicht. Die Tech-Giganten in den USA. Und viele von ihnen pflegen einen engen Draht zur neuen Regierung unter Donald Trump: Elon Musk saß zeitweise mit im Weißen Haus, Peter Thiel hat den Vize-Präsidenten J.D. Vance massiv unterstützt, Mark Zuckerberg kontrolliert weite Teile der digitalen Öffentlichkeit und versprach kürzlich öffentlich dem Präsidenten bei einem Dinner mit der amerikanischen Tech-Elite hohe Investitionen in den USA.
Kurz: Unter Trump verschmelzen gerade Wirtschaft, Technologie und Politik in einem neuen Ausmaß. Wie weit reicht der Einfluss der Tech-Industrie auf die Regierung? Die US-Soziologin Brook Harrington beschreibt es so: Die Tech-Milliardäre wollen keinerlei Grenzen ihrer Macht - weder durch demokratische Regierungen, noch durch Finanzsysteme oder durch Fakten.
Das erlebt in Memphis auch der Aktivist Keshaun Pearson. Er kämpft dort gegen Colossus. Ein gigantisches Datenzentrum, errichtet im Auftrag von Elon Musk. Für Pearson ist es mehr als ein Umweltkampf. Es geht um Kontrolle, Ressourcen und die Zukunft einer Stadt. Ein Konflikt, der überall in den USA aufbricht, wo neue Rechenzentren entstehen. Und die sind die Grundlage für viele technische Neuerungen, die schöne neue Welt der Tech-Milliardäre, in der libertäre Ideologien, künstliche Intelligenz und Kapital ein globales Machtgefüge formen, das Demokratien auf die Probe stellt.
Ich glaube nicht länger, dass Freiheit und Demokratie miteinander vereinbar sind, schreibt Peter Thiel schon 2009. Er gilt als Vordenker der Bewegung. Für die meisten Menschen, die wir als Silicon-Valley Mogule oder Titane ansehen, hat Demokratie keine wirkliche Bedeutung, sagt der Autor und Historiker Quinn Slobodian. Weniger Staat und Regulierung, mehr technologische Freiheit und mehr Einfluss für sich und ihre Unternehmen, das scheinen die Ziele.
Denn Technik gilt für manche Tech-Größe als die Lösung der Menschheitsprobleme. Die Faszination für Technologie weicht einem unbedingten Glauben an Technologie: Elon Musk träumt von Mensch-Maschinen-Symbiosen und von Flügen zum Mars. Sam Altman, Chef von OpenAI, hat die Vision einer Super-KI, als großem Durchbruch. Willkommen in Tech-Topia? Die Utopien der Tech-Gründer gehen teils noch viel weiter, sagt der Autor Douglas Rushkoff: Für sie geht es bei der Zukunft der Technologie vor allem darum, uns anderen zu entkommen. Wie also verändern die Tech-Milliardäre unsere Welt? Schon jetzt lässt sich sehen, die Tech-Branche investiert auch in die Rüstungsindustrie. Und damit steigt die Abhängigkeit der amerikanischen Regierung.
Sendehinweis: 12.01.2026, 20:15 Uhr
In „phoenix der tag“ fassen wir die wichtigen Ereignisse, Themen und Diskussionen des Tages für Sie zusammen. Zwei Mal am Tag begrüßen Sie die Moderatorinnen und Moderatoren aus dem Bonner Studio – um 17.30 Uhr mit einer 30-minütigen Zusammenfassung und um 23.00 Uhr mit einer umfassenden 60-minütigen Rückschau auf den Tag – mit Expertinnen und Experten im Studio sowie Schalten zu den Korrespondenten von ARD und ZDF.
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Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 05.11.2026 um 23:00 Uhr auf Phoenix.