Im Sommer 1989 liegt eine Mischung aus Freiheitsdrang und Mut in der Luft. Die Reformpolitik Michail Gorbatschows seit Mitte der 1980er-Jahre hilft den drei baltischen Staaten bei ihrem Wunsch nach Unabhängigkeit. Sogenannte Volksfronten werden gegründet, die im Rahmen der Perestroika geduldet sind. Ein Meilenstein für die Bewegung ist zuvor das Sängerfest im Sommer 1988 im estnischen Tallinn, bei dem Hunderttausende friedlich für Freiheit demonstrieren. Dieses Ereignis prägt den Namen der baltischen Unabhängigkeitsbewegung: "Singende Revolution".
Ein Jahr später folgt dann die ehrgeizige und symbolische Aktion: eine mehr als 600 Kilometer lange Menschenkette, die die Hauptstädte der drei baltischen Länder verbindet, von Tallinn in Estland über Riga in Lettland bis nach Vilnius in Litauen. Sie soll weltweit auf das Unrecht der sowjetischen Besatzung aufmerksam machen. Trotz fehlender heutiger Kommunikationsmittel wie Mobiltelefone oder Internet gelingt es, diesen beeindruckenden Protest zu organisieren - ein historisches Zeichen für Mut und Zusammenhalt.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 07.11.2026 um 20:15 Uhr auf ARD alpha.