

Lettland grenzt an zwei Verbündete, Estland und Litauen, und an zwei feindlich gesinnte Staaten, Russland und Belarus. Rund ein Drittel seiner Bevölkerung ist russischsprachig. Genau diese Menschen will Wladimir Putin nun über die sozialen Netzwerke auf seine Seite ziehen, um so die lettische Gesellschaft zu spalten.
Die gemeinsame Sprache Russisch erleichtert in Lettland auch die Aufnahme russischer Flüchtlinge, die sich gegen den Kremlherrscher stellen. Zu ihnen gehören die Mitarbeiter des unabhängigen Onlinemediums Meduza, die trotz aller Risiken aus dem Exil Widerstand leisten.
Lettland ist Mitglied der NATO und der Europäischen Union. Die Erinnerung an die Sowjetherrschaft ist noch immer sehr präsent, und so bildet das Land heute Freiwillige - Frauen wie Männer - für den Dienst in der Nationalgarde aus. Derweil hat in einem Vorort der Touristenmetropole Riga ein Unternehmen seine Produktion grundlegend umgestellt: Bis zum russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 stellte es Drohnen für die Übertragung von Sportveranstaltungen her - heute produziert es hochmoderne Militärdrohnen.
Eine neue europäische Verteidigungsstrategie
Seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine reagieren die baltischen Staaten mit einem Mix aus Angst und nüchternem Realitätssinn auf die russische Bedrohung. Émilie Aubry ist für drei Sonderausgaben von Mit offenen Karten ins Baltikum gereist, um herauszufinden, wie sich Estland, Lettland und Litauen gegen Moskaus Expansionsstreben wappnen und zum Schauplatz einer neuen europäischen Verteidigungsstrategie werden. Eine aufschlussreiche Bestandsaufnahme.
Von der Globalisierung von Krankheiten über das Recht auf Bildung bis hin zum internationalen Terrorismus - wichtige Fragen und Konfliktlagen der Weltpolitik werden analysiert anhand von Landkarten.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 07.11.2026 um 03:45 Uhr auf arte.